Hafen : Aufstellung verboten: „Kuschelboxen“ sind keine Strandkörbe

Keine Strandkörbe: Simone und Hartmut Köhler vom „Hafensnack“ Kollmar mit ihren am Deich aufgestellten „Kuschelboxen“.
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Keine Strandkörbe: Simone und Hartmut Köhler vom „Hafensnack“ Kollmar mit ihren am Deich aufgestellten „Kuschelboxen“.

Gastronomie-Betreiber stellt selbstgebaute, strandkorb-ähnliche Sitzgelegenheiten auf / Landesbetrieb verbietet die Holzkonstruktionen am Deich

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21. Mai 2015, 12:00 Uhr

Seit vergangenen Sonnabend stehen sie am Kollmaraner Deich und sind schon ein „Stein des Anstoßes“: die vier liebevoll „Kuschelboxen“ genannten Sitzgelegenheiten, die „Hafensnack“-Betreiber Hartmut Köhler zwischen die vorhandenen Bänke gestellt hat.

„Sie sind als Ersatz für die defekten Strandkörbe gedacht, die schon seit Jahren hier stehen“, sagt Hartmut Köhler. In den vergangenen sechs Monaten hat er die Kuschelboxen mit abklappbarem Sonnendach eigenhändig aus Tischlerplatten gebaut, wetterfest angestrichen und zum leichteren Transport auf Europaletten geschraubt.

Doch mit seiner Idee hat Köhler die Rechnung ohne den Wirt – sprich den Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz – gemacht. Bereits drei Tage nach der Aufstellung der überdachten Sitzgelegenheiten erhielt er ein Schreiben der Behörde, in dem er aufgefordert wird, die vier Boxen bis Freitag, 22. Mai, wieder zu entfernen. Begründung: Die Aufstellung wurde weder mit dem Ordnungsamt noch mit dem Landesbetrieb abgesprochen, und es läge auch keine küstenschutzrechtliche Genehmigung vor. Weitere Verstöße könnten dazu führen, dass die Genehmigung für die Aufstellung und den Betrieb des Hafensnacks entzogen werden kann.

Diese Aufforderung verstehen Hartmut Köhler und Ehefrau Simone überhaupt nicht. „Wo ist der Unterschied zwischen der Aufstellung unserer bisher genehmigten sieben Strandkörbe und der neuen Boxen?“, fragen sie sich. „Die Strandkörbe litten in den letzten Jahren immer wieder durch unsachgemäßen Gebrauch. Sie wurden nachts auf ihren Rollen an andere Orte gebracht und teilweise demoliert. Wir mussten des Öfteren die Polsterung erneuern. Das sollte sich jetzt mit den neuen Boxen ändern“, sagt Hartmut Köhler.

Und in den vergangenen Tagen wurden die vier Kuschelboxen auch sehr gut angenommen. Sie waren am Wochenende immer besetzt. „Das ist eine tolle Idee und echt cool, so lauteten die Kommentare der Gäste“, sagt Simone Köhler.

Ohne Widerspruch wollen die Köhlers die Aufforderung des Landesbetriebes nicht hinnehmen. „Wir werden uns gegen das Schreiben des Amtes wehren und dafür kämpfen, dass wir die Boxen auch weiterhin unseren Gästen und den Spaziergängern am Deich anbieten können“, unterstreicht Hartmut Köhler.

Er plant auch, noch weitere Boxen aufzustellen. Und für diejenigen, die sich gerne im privaten Garten ebenfalls eine solche Kuschelbox aufstellen möchten, bietet Köhler an, weitere zu bauen. „Die Schablone habe ich, und warum sollen nicht auch andere Interessenten in den Genuss der überdachten Sitzgelegenheiten kommen“, fügt er hinzu.

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