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Aufsichtsrat und Politik verlängern mit Stadtwerke-Chef Andreas Wulf

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

von
erstellt am 06.Nov.2015 | 05:17 Uhr

Von Null auf 7000 Kunden in viereinhalb Jahren: Die Entwicklung der Stadtwerke Brunsbüttel, einer 100-prozentigen Tochter der Stadt, ist eine Erfolgsgeschichte. Ab 1. Januar sind die SWB in der Schleusenstadt sogar Grundversorger: Sie haben mehr als die Hälfte der in Brunsbüttel potenziellen Kunden bei Gas und Strom. Und für 2014 wurden erstmals 50  000 Euro an die Stadtkasse überwiesen. Als Motor der Stadtwerke-Entwicklung gilt Geschäftsführer Andreas Wulf (35). Aufsichtsrat und am Mittwochabend auch der Hauptausschuss verlängerten daher seinen Ende Mai 2016 auslaufenden Vertrag um weitere fünf Jahre.

Andreas Wulf sei ein Glücksfall, erklärt Bürgermeister Stefan Mohrdieck, zugleich Vertreter des einzigen Gesellschafters der SWB. Als die Stadtwerke 2008 gegründet wurden, habe viel Mut zu diesem Schritt gehört. Seit Beginn des operativen Geschäfts im Juni 2010 habe sich aber gezeigt, dass der Kurs richtig sei. Einerseits sollen die Stadtwerke langfristig Geld einspielen, aber am schnellen Euro sei Brunsbüttel nicht interessiert, so der Verwaltungschef. Vielmehr müssten auch die Aktivitäten des städtischen Betriebs finanziert werden.


Von Strom bis Windkraft


Da gab und gibt es einiges zu tun. Gerade in der Anfangszeit erwies sich das von Eon Hanse übernommene Stromnetz als anfällig, Es wurde in eine eigene Windkraftanlage investiert, die Fernwärmeversorgung des Elbeforums mit Abwärme aus dem Sasol-Werk aufgebaut, seit gestern wird auch Fernwärme in der Boy-Lornsen-Grundschule genutzt, ein Blockheizkraftwerk am Freibad Ulitzhörn liefert die Wärme. Ein weiteres Kapitel sind Ladestationen für E-Autos. Eine steht bei den Stadtwerken an der Eddelaker Straße, eine zweite wurde jetzt auf dem Parkplatz an der Kaufhausstraße eröffnet, die nächste soll an der Koogstraße stehen. Noch „tanken“ Kunden dort kostenlos. Aber, so Andreas Wulf, das sei sinnvoller als Windstrom aus abgeregelten Anlagen gar nicht zu nutzen. Windkraft ist das nächste Thema: Die Stadtwerke betreuen die Bürgerwind Brunsbüttel GmbH & Co KG, die nächstes Jahr mit drei Mühlen starten will.

Wenn dann die SWB ab 2018 ihr Netzentgelt selbst kalkulieren dürfen, ist Andreas Wulf zufrieden mit der erreichten Eigenständigkeit des Unternehmens. Dort sind derzeit sieben Mitarbeiter beschäftigt, die technische Betriebsführung haben die Stadtwerke Itzehoe übernommen.

Wulf weiß, dass er nicht sämtliche der 8000 Stromzähler und 3500 Gaszähler in Brunsbüttel übernehmen wird. Wachsen auf über 10  000 Kunden ist dennoch das Ziel. Im Umkreis von 20  Kilometern um die Stadt sieht er Potenzial: Marne, die Köge, Burg etwa. Einen ersten Kunden gibt es jetzt auch in Hamburg.

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