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Norddeutsche Rundschau

23. August 2017 | 08:30 Uhr

Sicherheit : Auf Streife in Glückstadt

vom
Aus der Redaktion der Glückstädter Fortuna

Der Einsatz eines privaten Sicherheitsdienstes gilt als Erfolgsmodell. Alexander und Jasmin Joest sorgen für Ruhe und Ordnung.

Seit einigen Jahren sorgt sie für friedliche Abendstunden: die City-Streife des privaten Sicherheitsdienstes Connect, der von der Stadt Glückstadt und von Bürgern finanziert wird. Für Bürgermeister Gerhard Blasberg ein Modell, das sich bewährt hat. Denn seitdem es die City-Streife gebe, sei es am Wochenende viel ruhiger in der Stadt.

Anders sieht dies Hans-Jörn Arp. Der CDU-Landtagsabgeordnete kritisiert: „Der Sicherheitsdienst übernimmt Aufgaben, für die die Polizei zuständig ist.“ Dafür würden die Bürger Steuern zahlen. Statt eine City-Streife zu finanzieren, fordert er mehr Planstellen für die Glückstädter Polizei. Arp hat eine Anfrage an das Innenministerium geschickt, in der fragt, ob es vergleichbare Modelle in Schleswig-Holstein gibt. Hendrik Peters, Pressesprecher im Innenministerium, erklärt dazu: „Eine fachliche Bewertung über die Zusammenarbeit mit privaten Sicherheitsdiensten obliegt der Polizei. Wenn dies, wie in Glückstadt, unter Einhaltung der erforderlichen Rahmenbedingungen für ein privatrechtliches Engagement zur Verbesserung der Sicherheit geschieht, bestehen hierzu aus Sicht der Landesregierung keine Bedenken.“

Auch Ralf Kist hat keine Bedenken. Der Chef des übergeordneten Polizei-Reviers sieht es vielmehr als Erfolgsmodell. Als er noch Leiter der Polizei in Glückstadt war, kam Bürgermeister Blasberg im Frühjahr 2009 auf ihn zu. Es gab damals Probleme in der Innenstadt mit Sachbeschädigungen und Ruhestörungen. „Trotz erhöhter polizeilicher Präsenz konnten wir die Delikte nicht gänzlich unterbinden“, sagt Ralf Kist. „Bei den Tätern handelte es sich regelmäßig um mehr oder weniger alkoholisierte Jugendliche und Heranwachsende.“

Ein Ärgernis für Gastronomen war zum Beispiel, dass auf ihren Außenterrassen Blumen aus Kübeln herausgerissen wurden. Auch Mülleimer wurden beschädigt. „Die Stadt überlegte damals, Streetworker einzustellen“, sagt Kist. In Absprache mit ihm wurde dann ein Sicherheitsdienst beauftragt. Deren Mitarbeiter zeigen sichtbar – mit einem Hund an der Leine – Präsenz zwischen dem Marktplatz, dem Fleth und dem Hafenkopf – zu relevanten Zeiten in den Wochenendnächten. Die City–Streife bekam damals – und das ist immer noch so – eine Einweisung von Polizeibeamten. Mit einer Polizeistreife freitags bis sonntags nachts dauerhaft zu Fuß präsent zu sein, dass wäre schon 2009 nicht möglich gewesen. „Zumal die Lage dies auch nie hergab“, erklärt der Polizei-Chef.

Von Beginn an sei dieses Modell in Glückstadt ein Erfolg gewesen. Besondere Sachbeschädigungen seien deutlich zurückgegangen. „Der Sicherheitsdienst spricht alkoholisierte junge Leute, die sich in den milden Sommernächten hauptsächlich am Markt und am Hafenkopf aufhalten, offensiv an und verbleibt dann in der Nähe dieser Gruppen“, sagt Kist. Durch diese „qualifizierten Zeugen“ konnten in der ersten Zeit durch die Polizei etliche Sachbeschädigungen und Unfallfluchten aufgeklärt werden. „Naturgemäß wirkte dies zunehmend präventiv, auch bei Ruhestörungen.“

Die Leitung des Sicherheitsdienstes wird jährlich zu Beginn ihrer Tätigkeit vom Leiter der Polizei Glückstadt – jetzt Michael Gohr – über Rechte und Grenzen ihrer Tätigkeit aufgeklärt. Dann gibt es ein Abstimmungsgespräch mit Stadt, dem Sicherheitsdienst und der Polizei zur Mitte der Saison, im Oktober wird dann nochmal Bilanz gezogen.

Für Alexander und Jasmin Joest, Inhaber und Geschäftsführerin der Connect GmbH, beginnt die Saison in Glückstadt Ende April. Seit fünf Jahren sind sie für die Stadt tätig „Es ist oftmals anstrengend“, sagt Jasmin Joest (31). „Aber es ist besser geworden.“ Auch ihr 37-jähriger Mann sieht es so: „Die Beteiligten kennen inzwischen die Regeln. Wir greifen durch, wir arbeiten deeskalierend. Und wir arbeiten Hand in Hand mit der Polizei.“

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erstellt am 08.Apr.2016 | 17:00 Uhr

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