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Norddeutsche Rundschau

21. August 2017 | 18:07 Uhr

Auf Kaperfahrt im indischen Ozean

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

„Seekrieg in Ostasien 1914 und der Landungszug“ – neue Ausstellung im Museum am Wasserturm wird Freitag eröffnet

Die „Emden“ ist ein Mythos. Das Kriegsschiff der kaiserlichen Marine kaperte 1914 weitab der Heimat und auf sich allein gestellt im indischen Ozean 23 Handelsschiffe, rettete jedoch immer deren Besatzung und setzte sie an Land ab. Am 9. November schoss dann bei einem Gefecht der australische Kreuzer „Sydney“ die „Emden“ kampfunfähig. Mehr als 130 Seeleute – fast die Hälfte der Besatzung – starben bei der Schlacht. Darüber und über die Zeit danach können sich Interessierte bei der Ausstellung „Seekrieg in Ostasien 1914 und der Landungszug“ informieren. Die Schau des Vereins für Kultur und Geschichte läuft vom 7. Februar bis zum 5. Juni im Museum am Wasserturm. Eröffnet wird die Ausstellung Freitag, 5. Februar, um 19 Uhr in den Räumen der Freien evangelischen Gemeinde (Breite Straße 29-31).

Der Vereinsvorsitzende Achim Jabusch und seine Mitstreiter haben aus zahlreichen Museen Ausstellungsstücke bekommen sowie mit Nachkommen der „Emden“-Besatzung und Kennern der „Emden“-Geschichte Kontakt aufgenommen. Dazu gehört auch Björn von Mücke, Sohn von Kapitänleutnant Hellmuth von Mücke. Dem Ersten Offizier der „Emden“ wird großer Raum in der Ausstellung gewidmet. Von Mücke war beim letzten Gefecht der „Emden“ nicht an Bord, er war mit einigen Männer auf Landungszug, um einen Funkmast der Engländer außer Gefecht zu setzen. Die Mannschaft schaffte es nicht mehr zurück zum Schiff, es folgte eine monatelange Odyssee zurück nach Deutschland. Von Mücke, zusammen mit seinen Kameraden mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet, wurde später vom Nazi-Regime zum Staatsfeind erklärt und musste kurz ins Konzentrationslager. Ende der 30er Jahre wohnte er einige Zeit in Kellinghusen, dort wurde auch Sohn Björn geboren, der zur Eröffnung eine Rede halten wird. Grußworte sprechen daneben Bürgermeister Jürgen Kirsten und Flottillenadmiral a. D. Henning Bess, das Oberhaupt der „Emden“-Familie. Darin haben sich Nachfahren der „Emden“-Besatzung zusammengefunden und tragen die Tradition fort. Das Andenken hält auch die „Bordgemeinschaft der Emdenfahrer“ hoch, hier treffen sich die Besatzungen aller fünf bisherigen „Emden“-Schiffe. „In der Marine waren die „Emden“-Fahrer immer etwas Besonderes“, sagt Hartmut Hoffmann, stellvertretender Vorsitzender. Kapitän, Offiziere und Mannschaften der ersten „Emden“ seien stets die Vorbilder gewesen. Wegen ihrer Ritterlichkeit und ihrem sehr respektvollen Umgang mit fremden Besatzungen.

Zu sehen sind in der Ausstellung neben Karten, Bildern, Logbuch, Dokumenten und einem Modell der „Emden“ auch zwei Originalstücke, die aus dem Wrack gerettet wurden: ein Bullauge und eine Zieleinrichtung.

Auch in Australien sind die „Emden“ und das Seegefecht in Erinnerung geblieben. Das macht der Besuch des australischen Militärattachés Oberst Russel Maddalena deutlich, der Freitag ebenfalls ein Grußwort sprechen wird. Begleitet wird die Eröffnung vom Seemannschor Kellinghusen.


> Öffnungszeiten: sonntags 14 bis 16.30 Uhr sowie nach Vereinbarung.

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erstellt am 02.Feb.2016 | 10:58 Uhr

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