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Strassensperrungen : Auf großem Umweg in die Wildnis

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Zwei parallel laufende Baumaßnahmen sorgen für stark eingeschränkten Verkehr. Anwohner kritisiert mangelnde Informationspolitik.

Seit Juni 2016 ist der Lentzenweg neben der Ziegelei für den Durchgangsverkehr gesperrt, die Baumaßnahme an den Abwasserleitungen sollte eigentlich schon zum Jahresende abgeschlossen sein. Die Anwohner vom „Kremper Rhin“ und „Reinfeld“ konnten seitdem über den Umweg „An der Chaussee“ und „Am Altendeich“ erreicht werden.

Doch ab dieser Woche ist auch das nicht mehr möglich. Die Kreisstraße „Am Altendeich“ wird zwischen der Einmündung aus Elskop bis zur „Chaussee“ für mehrere Wochen für den Bau eines neuen Radweges voll gesperrt. Für Teile der Blomeschen Wildnis ist die Verbindung nach Glückstadt damit fast abgeschnitten, denn nun muss ein Umweg über die Grillchaussee und Herzhorn nach Altendeich gefahren werden. Das sind immerhin etwa acht Kilometer.

Einer der betroffenen Anwohner ist Sönke Saul von der Straße „Reinfeld“. Er betreibt einen Gemüsebaubetrieb mit Direktvermarktung und macht sich Sorgen, dass er für die Kunden nicht mehr erreichbar ist. Seine Forderung: „Solange der Radweg am Altendeich ausgebaut wird, sollten die Baumaßnahmen am Lentzenweg ruhen und die Straße für den Durchgangsverkehr freigegeben werden.“

Verärgert zeigt sich Saul auch über die schlechte Informationspolitik: „Die Anwohner des Lentzenweges wurden über die Sperrung im Vorwege informiert. Für uns kam sie unvorbereitet, obwohl wir als Hinterlieger genauso betroffen sind“, betont er. Über die Sperrung des Altendeiches habe er aus der Zeitung erfahren. „Man sollte im Vorwege miteinander reden“, fügt er hinzu.

Im Lentzenweg werden im Auftrag der Stadtentwässerung die Abwasserleitung und die Hausanschlüsse neu verlegt (der Ausbau ist kurz vor dem Abschluss), am Altendeich baut der Kreis Steinburg einen Radweg. Von den verschiedenen Bauträgern seien die Maßnahmen nicht genügend koordiniert worden. Sönke Saul hat sich umgehend an den Kreis, die Stadt Glückstadt und die Stadtentwässerung SEG gewandt und seine Bedenken vorgetragen. „Der Radwegausbau kann nicht verschoben werden. Aber vielleicht kommen wir mit der Stadtentwässerung zu einer Lösung. In dieser Woche soll dazu eine Baubesprechung stattfinden.“

Neben Saul sind seine Berufskollegen Ulf Behrens und Jörn Meyer besonders betroffen. Die Gemüsebaubetriebe sind auf den Lieferverkehr angewiesen. Ohnehin ist die Zuwegung mit Lastkraftwagen schwierig, da beide Zufahrtsstraßen schmal und gewichtsbegrenzt sind. Den Gemüsebaubetrieb Saul gibt es bereits seit 1853. Sönke Sauls Schwerpunkt sind Tomaten, aber auch Kartoffeln, Kürbis und Blumen gehören zum Anbausortiment.

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