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Berufsschule : Auf Fehlersuche am modernen Schlepper

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Zukünftige Land- und Baumaschinenmechatroniker lernen im Berufsbildungszentrum neueste Methoden der Fehleranalyse.

von
erstellt am 21.Dez.2016 | 12:00 Uhr

Unterricht dicht an den modernen Anforderungen der Ausbildung zum Land- und Baumaschinenmechatroniker bietet das Regionale Berufsbildungszentrum (RBZ) Steinburg. Derzeit sind es insgesamt 80 Auszubildende aus Landtechnik-Betrieben, die an ein oder zwei Wochentagen die Schulbank drücken und dort nicht nur Theorie, sondern auch Praxis üben können für einen Beruf, in den in den vergangenen Jahren immer mehr die Elektronik Einzug gehalten hat. Computergesteuerte Systeme in den Fahrzeugen bedeuten zunehmende Herausforderungen an den Land- und Baumaschinenmechatroniker, für die er in dreieinhalbjähriger Lehrzeit das Rüstzeug erhalten muss.

Für die Berufsschule sei es da wichtig, technisch mithalten zu können, sagt Lehrer Jörg Löding. Möglich sei dies insbesondere durch gute Zusammenarbeit mit den Ausbildungbetrieben, wie der Klassenlehrer betont. Er präsentiert begeistert neue „Hilfsmittel“, die den Unterricht für die künftigen Land- und Baumaschinenmechatroniker anschaulicher machen. Die Firma Meifort aus Dägeling stellte dem RBZ einen Modellmotor kostenlos zur Verfügung und die Raiffeisen Technik Westküste, im Rahmen einer vertraglichen Vereinbarung, einen Schlepper, dessen Ausstattung dem neuesten Stand der Technik entspricht. „Der Schlepper bietet den Auszubildenden die Möglichkeit, an einem funktionierenden Gesamtsystem zu arbeiten“, erläutert Jörg Löding. „Die immer mehr elektronisch aufgerüsteten Maschinen in der Landtechnik werden mit Diagnosesystem ausgestattet“, ergänzt er. Für den Unterricht biete es sich daher an, Fehler einzubauen.

In Gruppen aufgeteilt befassen sich die Azubis mit den vorgegebenen Systemfehlern, müssen Wege aufzeigen, diese zu finden und zu beseitigen. Löding: „Die Auszubildenden haben die Möglichkeit, die Fehlercodes auszulesen und diese zu analysieren, um dann entsprechende Arbeitspläne zur Fehlerbehebung zu erstellen.“ Diese Arbeitspläne würden anschließend am Schlepper erprobt. Dabei könne auch ein Teil des Geschehens aus der Werkstatt online auf das Smartboard in den Klassenraum übertragen werden. Dadurch sind alle Schüler gleichzeitig beteiligt und können Lösungansätze gemeinsam erarbeiten.

Für vertiefende Kenntnisse zu Aufbau und Funktionsweise des Motors, hatte die Firma Meifort einen solchen speziell für die Zwecke der Schule in der firmeneigenen Werkstatt aufgearbeitet. „Die Auszubildenden haben damit die Möglichkeit, verschiedenste Einstellungen der Motorsteuerung und Kraftstoffeinspritzung an einem Sechs-Zylinder-Motor zu überprüfen und zu justieren“, erklärt Löding. Und bräuchten dafür nicht den großen Traktor in alle Einzelteile zu zerlegen, meint er lächelnd.

Vorteil der Verbindung von Theorie und Praxis an der Berufsschule: Die Auszubildenden halten schriftlich fest, welche Probleme sie erkannt haben, müssen Lösungsansätze finden und können diese auch gleich ausprobieren. Auf diese Weise würden sie für ihren künftigen Beruf gut geschult – wenn es insbesondere zur Erntezeit gelte, einen Defekt eines Motors schnellstmöglich zu analysieren, dem Kunden notwendige Reparaturen zu erklären und den Schaden beheben zu müssen.

Das Unterrichtskonzept kommt bei den Auszubildenden an. An diesem Vormittag befassen sich Marcel Günther, Kevin Gülden, Niklas Krüger, Birger Looft, Moritz Knop, Niklas Garben und Marcel Hackenschmied damit, anhand einer PC-Tabelle die Funktionstüchtigkeit des Traktors zu prüfen. Im Nebenraum stehen Kay Jessen, Tom Howold, Marcel Bartel, Nico Timm und Johann Gärtner am Motor, um hier ins Detail zu gehen. „Es geht auch um das Strukturieren von Handlungen“, betont Jörg Löding. Und das Bewusstsein, auch nach der Prüfung als Geselle den Blick für technische Entwicklungen zu schulen und sich neue Inhalte selbstständig zu erarbeiten.

 

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