Wirtschaft : Auf der Suche nach dem richtigen Baum

Der Baum soll es sein: Nach kurzer Suche und Beratung von Tatjana Brausch (l.) hat sich die 74-jährige Itzehoerin Lisa Karlapp entschieden.
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Der Baum soll es sein: Nach kurzer Suche und Beratung von Tatjana Brausch (l.) hat sich die 74-jährige Itzehoerin Lisa Karlapp entschieden.

Endspurt beim Weihnachtsbaumverkauf: Nordmanntannen am beliebtesten

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19. Dezember 2014, 17:11 Uhr

Zielstrebig geht Petra Witt zu einem der grünen Bäume. Ein kurzer, aber gründlicher Blick, dann steht für die 55-Jährige fest: Das 1,70 Meter große Exemplar wird als Weihnachtsbaum Einzug ins heimische Wohnzimmer erhalten. Keine zwei Minuten hat die Itzehoerin für die Entscheidung gebraucht.

Doch nicht allen, die derzeit nach dem passenden Baum für die Festtage suchen, fällt das leicht. So lässt sich die 74-jährige Lisa Karlapp zunächst mehrere Bäume zeigen und beäugt jeden von oben bis unten, bevor sie ihren Favoriten gefunden hat. Doch egal ob groß oder klein, breit oder schmal, eines haben alle Bäume, die derzeit in Itzehoe an vielen Verkaufsstellen verkauft werden, gemeinsam: Es dürfte sich mit großer Wahrscheinlichkeit um Nordmanntannen handeln. Denn diese sind mit einem Marktanteil von mehr als 80 Prozent die mit Abstand beliebtesten Weihnachtsbäume in Schleswig-Holstein. Tief in die Tasche greifen muss man für einen Baum in diesem Jahr übrigens nicht: Die Preise sind gegenüber dem Vorjahr stabil geblieben.

Zwischen 20 und 35 Euro kostet ein Baum im Schnitt. „Alles Baumschulqualität“, berichtet Tatjana Brausch, die bereits seit vielen Jahren in Itzehoe Weihnachtsbäume verkauft. Dieses Jahr an der Konsul-Rühmann-Straße − neben Wellenkamp und Edendorf, einem von drei Standorten des Dithmarschers Peter Faby.

Gut einen Meter messen die kleinsten Exemplare, bis zu 3,50 Meter die größten. In diesem Jahr seien besonders die kleineren gefragt, so Brausch. „Viele haben nicht so viel Platz in ihrer Wohnung.“ Ein Phänomen beobachtet die 52-Jährige dabei immer wieder: „Männer wollen gerne einen möglichst großen Baum.“ Und das, obwohl dieser häufig gar nicht ins Wohnzimmer passe. „Die Frauen müssen sie dann auf den fehlenden Platz hinweisen.“

Die Bäume stammen alle aus der Region. So auch die Exemplare, die Karl-Heinz Feist neben dem Famila-Markt am Delftor verkauft. Bereits zum dritten Mal hat der 65-Jährige aus Odderade in Dithmarschen dort seinen Stand aufgebaut. Seine Erfahrung: „Frauen wählen genauer aus.“ So schauten die sich in der Regel immer erst mehrere Bäume an − um am Ende doch meist den ersten zu nehmen.

Mit dem bisherigen Verkauf sind Karl-Heinz Feist und Tatjana Brausch zufrieden. Für das kommende Wochenende rechnen sie nochmals mit einem großem Andrang. „In den letzten Tagen vor Weihnachten ist immer besonders viel los“, so Feist.

Für diejenigen, die sich ihren Baum nicht nur selber aussuchen, sondern auch selber schlagen möchte, wartet das Adelige Kloster in Itzehoe mit einer Premiere auf: Zum ersten Mal verkauft Forstingenieur Holger Grimm am Sandberg 193 (unterhalb der alten Försterei, Zufahrt über die Pünstorfer Straße) am Sonntag, 21. Dezember, von 10 bis 16 Uhr unbehandelte Bio-Weihnachtsbäume zum selber schlagen. Kunden sollten also eine Säge mitbringen. „Das begeistert vor allem Kinder“, sagt Grimm. Vor einigen Jahren hat er die Kultur angelegt, jetzt ist Zeit zum Ernten. Über 150 Nordmanntannen hat er im Angebot, zum Preis von 18 Euro den laufenden Meter. Es gibt Bäume in Tischgröße, aber auch solche, die 2,50 Meter und höher sind. „Die Preise sind im Vergleich zum vergangen Jahr leicht gesunken, das wird manche Kunden freuen“, sagt der 45-Jährige, der allerdings auch schon kritische Momente bei Weihnachtsbaumkäufen erlebt hat. „Manche Ehe kann da in Gefahr geraten.“ Der Vorteil beim Selberschlagen sei jedoch, dass viele Menschen auch „individuelle“ Bäume erwerben würden. Und deshalb sagt Grimm auch: „Ich hoffe, dass jeder Baum einen Kunden findet.“

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