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Norddeutsche Rundschau

24. August 2017 | 11:10 Uhr

Auf der Spur der Stolperfallen

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

70-Jährige am La-Couronne-Platz schwer gestürzt – Rathaus und Agenda-Gruppe arbeiten für barriereärmere Stadt

Heidelinde Homfeldt wohnt seit fünf Jahren in Itzehoe. Jedes Jahr, so sagt die 70-Jährige, passiert es mindestens zwei Mal: Sie stürzt. Seit dem jüngsten Unfall Ende Juli steckt ihr rechter Arm in einer Schlinge – am La-Couronne-Platz brach sie sich das Schlüsselbein. Danach beschwerte sie sich bei der Stadt: Straßen und Gehwege seien in sehr schlechtem Zustand, überall gebe es Stolperfallen.

Heidelinde Homfeldt hatte schon in jungen Jahren einen Schlaganfall, doch ihre Tochter Monja (42) betont: „Sie kann gut laufen, aber die Stolperstellen sind für sie das Problem.“ Am Morgen des 28. Juli wurde der Seniorin, die wie die Tochter im Hochhaus Feldschmiedekamp wohnt, ein leicht herausragender Pflasterstein am La-Couronne-Platz zum Verhängnis. „Ich wusste ganz genau, dass da ein Stein liegt“, sagt die 70-Jährige. Doch sie habe zu ihrer Tochter geschaut, „und schon lag ich“. Die Brille ging kaputt, sie hatte starke Schmerzen und „überall Blutergüsse“. Aus dem Besuch beim Wacken Open Air wurde nichts – seit Jahren fährt Heidelinde Homfeldt dorthin, hält sich aber aus dem großen Trubel heraus. Ihrer Klage über die Bedingungen für Fußgänger schließt sich die Tochter an: Nach einer Rückenoperation habe sie selbst eine Zeitlang einen Rollator gebraucht, doch er sei nur hin und her geschlagen: „Ich bin gar nicht mehr durch Itzehoe gelaufen.“ Auch das neue Pflaster in der Feldschmiede sei im Winter eine Gefahr für unsichere Fußgänger.

Sturz und Verletzung täten ihm leid, sagt Bürgermeister Dr. Andreas Koeppen. „Natürlich versuchen wir, die Stadt in bestmöglichem Zustand zu halten.“ Regelmäßig schaue sich der Bauhof den Zustand der Straßen und Wege an, im Vergleich mit anderen Städten liege Itzehoe keineswegs am unteren Ende, so Koeppen. Doch besser gehe es stets – auf Hinweise werde reagiert.

Willkommen sind diese auch Kirstin Hansen von der Agenda-Gruppe für ein senioren- und behindertengerechtes Itzehoe. Mit dem Rathaus werde daran gearbeitet, die Stadt barriereärmer zu gestalten. Dabei werde die Gruppe viel einbezogen, aber: „Wir sind noch ganz am Anfang, es kann nicht alles auf einmal gemacht werden.“ Der La-Couronnne-Platz sei leider so schrecklich, weil er wegen der bestehenden Sondernutzung erst nach 2018 umgebaut werden kann. Doch eine erste Liste mit Verbesserungen in der Stadt sei mit der Tiefbauabteilung abgearbeitet worden, sagt Kirstin Hansen. Nun werde die zweite Runde vorbereitet: „Da wird sich im nächsten halben Jahr noch ganz viel tun.“

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erstellt am 05.Sep.2014 | 05:00 Uhr

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