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Wewelsflether Geschichte : Auf den Spuren der Familie Junge

vom
Aus der Redaktion der Wilsterschen Zeitung

Familienstammbaum ist gleichzeitig ein historisches Dokument über die Menschen, die einst im Döblin-Haus lebten.

von
erstellt am 01.Apr.2014 | 17:00 Uhr

Die Geschichte der Familien Junge und Möller ist zu einem großen Teil auch die Geschichte des Döblin-Hauses. In dem heute denkmalgeschützten, historischen Gebäude an der Hauptstraße, befand sich einst ein Krämer- und Hökerladen, eröffnet im Jahr 1830 von Hinrich Möller. Er hatte zwei Töchter, die 1861 zwei Junge-Söhne heirateten: Christopher und Johann-Hinrich Junge. Beide leiteten die damalige Junge-Werft. Das Döblin-Haus, seinerzeit Kirchspielvogteihaus, wurde zum Wohn- und Geschäftshaus der Junge-Werft – bewohnt von Johann-Hinrich Junge und seiner Familie, während sein Bruder mit Familie im Junge-Haus in der Deichreihe 8 wohnte. Einer der Söhne Johann-Hinrich Junges, Gustav, übernahm das Haus, in dem dessen Tochter Alma den Krämerladen noch bis in die 1950er Jahre hinein weiterführte. „Als Kinder haben wir immer gerne bei Tante Alma im Laden gespielt“, erinnern sich Karla Eggers (73), geborene Junge, aus Wasbek bei Neumünster, und Horst-Uwe Timpke (74) aus Bornhöved, dessen Mutter „zu den Junges gehörte“, wie er lächelnd erzählt.

Beide sitzen an diesem Nachmittag gemeinsam mit ihren Ehepartnern Klaus Eggers (71) und Brigitte Timpke (69) in der gemütlichen alten Wohnküche des Döblin-Hauses. Besonders der Eingangsbereich erinnert noch an das Höker-Haus von einst. Im Gepäck haben sie den Stammbaum, die Familiengeschichte der Junges/Möllers, akribisch zusammengetragen von Klaus Eggers. Allein das Papier, auf das er den Familienstammbaum geschrieben hat, bringt es entfaltet auf zwei Meter Länge. Dazu eine Ordner, mit allen Aufzeichnungen der langen Familiengeschichte mit dem Familienwappen auf der ersten Seite, und eine bebilderte Familientafel. Das alles überreichten die beiden Ehepaare der Hausdame des Döblin-Hauses, Desirée Tiedemann. „Das ist ein ganz großer Schatz für dieses Haus und für Wewelsfleth“, sagte sie begeistert. Die historischen Dokumente werden im Döblin-Haus, das 1970 von Autor Günter Grass gekauft und vor dem Verfall gerettet wurde, bleiben.

Dass es dazu kam, ist ein wenig dem Zufall geschuldet. Bei einem Besuch in Wewelsfleth blickte Karla Eggers durch eines der Fenster und sah Desirée Tiedemann. Man kam ins Gespräch, und die Wewelsfletherin vernahm begeistert die Familiengeschichte, die Klaus Eggers aufgeschrieben hat. Das war im Herbst vergangenen Jahres. Da verabredeten sie, sich wieder zu treffen – und die so wertvolle historische Dokumentation mitzubringen. Tiedemann war beinahe sprachlos als sie beim jetztigen Besuch so umfangreiche Aufzeichnungen entgegennehmen konnte. „Mir fehlen die Worte, damit habe ich nicht gerechnet.“ Schon in den 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts hatte Luise Repstock, geborene Junge, ein bisschen Familienforschung betrieben. Klaus Eggers setzte sich in den 1970er Jahren daran, den Stammbaum zu vervollständigen. Daraus ist für ihn ein großes Hobby geworden – und in insgesamt drei Ordnern findet sich allein die Familienchronik Junge/Möller wieder, die er in Auszügen für das Geschenk an das Döblin-Haus in einem Ordner zusammengefasst hat.

Fasziniert nahm Klaus Eggers das Gästebuch des Hauses in Augenschein, in dem sich unter anderem auch Angehörige der weit verzweigten Familie Junge verewigt haben. Ganz beendet ist die Stammbaumforschung wahrscheinlich noch nicht.

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