Verkehr : Auf dem Weg zur Radfahrer-Hochburg

Glückstadt bietet auch optisch viel für Radfahrer – wie hier an der Hafenzeile.
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Glückstadt bietet auch optisch viel für Radfahrer – wie hier an der Hafenzeile.

Neues Verkehrskonzept für Glückstadt vorgestellt. Stadtzentrum mit Drahtesel gut erreichbar, aber Wege zu schmal.

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16. Mai 2018, 06:10 Uhr

„Wir wollen noch mehr Menschen für das Radfahren gewinnen“, sagt Thomas Möller. Für die Stadt Glückstadt stellt er das neue Radverkehrskonzept vor. Ein Ziel für den Projektentwickler ist: die Stadt von Autoverkehr entlasten und mehr Leben hineinbringen. „Kein Lärm, kein Schmutz“, so Möller , solle die Stadt belasten. Und eines hat eine Befragung ergeben: Ob jung oder alt, alle fahren gerne Rad.

In der Bestandsanalyse zeigt Möller ein Beispiel auf: So wurden auf der B 431 in Spitzenzeiten mehr als 400 Fahrzeuge pro Stunde gezählt. Allein 1000 Lastwagen wurden auf dem Knotenpunkt Christian-IV-Straße und Stadtstraße am Tag gezählt. Und: „An einigen Strecken wird die Höchstgeschwindigkeit nicht eingehalten.“

Auf der anderen Seite gibt es 350 Abstellplätze am Bahnhof, davon sind 150 überdacht. „Abgestellt werden die Räder dort, wo es am bequemsten ist.“ So stehen auch einige wild herum.

Was Glückstädter bemängeln, sind zu schmale Radwege, positiv finden sie: Das Stadtzentrum ist gut erreichbar. Schwierig zu erkennen sei, auf welcher Seite gefahren werden darf. Das müsse sich ändern, so Möller. „Es muss einen konsequenten Rechtsverkehr geben – es wird immer nur in eine Fahrtrichtung gefahren. Einbahnstraßen sollten für den Radverkehr in zwei Richtungen frei gegeben werden.

Problematisch könnten Straßen mit Kopfsteinpflaster sein, wie am Batardeau und in der Bahnhofsstraße. Dort empfiehlt er Umbauten. Zudem hat er Schleichwege begutachtet. An der Klaus-Groth-Straße rät er, die Brücke zu verbreitern. „Und es wäre gut, den Weg zu beleuchten.“ Baulich seien auch Querungshilfen auf den Straßen notwendig. Und er weist auf bestehende Radnetze hin: „Durch Glückstadt führen der Elberadweg und der Nordseeküstenradweg.“ Zudem führe der Mönchsweg an Glückstadt vorbei.

Er schlägt vor: Eine Altstadt-Tangente, Schulrouten, eine neue Brücke über die Marschbahn, eine Brücke über den Herzhorner Rhin, Radfernwege, die am Markt vorbeiführen und die Gemüsetörns, die über die Steinburgstraße führen. Für wichtig hält Möller ein Marketingkonzept mit „Kernbotschaften“.

Wegweiser nach deutschem Standard sollten aufgestellt werden und auch Informationstafeln. Als gute Aktion bezeichnet er das Stadtradeln, welches zurzeit unter Glückstädter Beteiligung im Kreis Steinburg stattfindet. „Allein daraus kann man viel machen“, sagt Möller.

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