Insolvenz : Auf dem Weg zum neuen ISV

Vereinsanlage am Lehmwohld.
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Vereinsanlage am Lehmwohld.

Insolvenz des Traditionsclubs in Itzehoe kaum noch abzuwenden – Nachfolgeverein bereits in Planung.

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18. Mai 2018, 05:00 Uhr

Die Tage des Itzehoer SV scheinen gezählt. Möglicherweise wird bereits in zwei Wochen das Insolvenzverfahren eröffnet, in dem der Club abgewickelt würde. Ein neuer Verein soll entstehen, und er könnte weiter die Anlage am Lehmwohld nutzen. Dieses Ziel verfolgt ein Beschluss des Bildungsausschusses.

Der ISV hatte im Dezember Insolvenz angemeldet, vor allem wegen der Unterhaltungskosten für die Anlage. Um die Eröffnung des Verfahrens abzuwenden, braucht er Geld. Ein Beschluss des Ausschusses aus dem März sollte es bringen: Ende 2027 läuft der Erbpachtvertrag mit der Stadt für das Grundstück mit der Vereinsgaststätte aus. Die Entschädigung für das Gebäude, die dann fällig würde, sollte schon jetzt fließen.

Doch dann kam das Wertgutachten. Ergebnis: „Wir hätten mehr aus dem Erbbaurecht erwartet, um dem Verein zu helfen“, sagte Andreas Arndt, Leiter des Amtes für Bildung. Allerdings hat die wenig markttaugliche Immobilie nur einen Verkehrswert von 34 000 Euro, letztlich bleibe eine Summe übrig, die „bei weitem“ nicht reiche, um die Schulden des ISV zu tilgen.

Hans Emil Lorenz (UWI) brachte eine Rettung über ein Vergleichsverfahren ins Spiel, das sei früher schon einmal gelungen. Die Dinge hätten sich seither verändert, sagte ISV-Notvorstand Stephan Ulrich. Mit der Insolvenzanmeldung sei der Stein ins Rollen gebracht worden und nicht mehr anzuhalten.

Die Eröffnung des Insolvenzverfahrens sei nicht mehr abzuwenden, so Ulrich gegenüber unserer Zeitung. Am kommenden Donnerstag tagt zwar noch die Mitgliederversammlung, doch es brauche jemanden, der den finanziellen Knoten durchschlage. „Den gibt es nicht, und den wird es bis dahin auch nicht geben.“

„Ich gehe davon aus, dass das Insolvenzgericht das Insolvenzverfahren eröffnen wird“, sagte der vorläufige Insolvenzverwalter Dietmar Penzlin auf Anfrage. Das werde zum 1. Juni oder 1. Juli geschehen. Und dann, so der Beschluss des Bildungsausschusses, sollen das Pachtverhältnis für die Sportanlagen und die Erbpacht für die Gaststätte beendet werden. Wenn es einen Nachfolgeverein gibt, soll diesem die Anlage am Lehmwohld ganz oder zum Teil zur Pacht angeboten werden – befristet wie bisher bis Ende 2024, um bis dahin eine „andere städtische Sportfläche“ zu ertüchtigen. Über die Entschädigung für die Gaststätte sollen die Stadt und Penzlin verhandeln. Fällt die Zahlung für die Stadt geringer aus als bisher geplant, könne die Summe eventuell dem Nachfolgeverein als Zuschuss für die Unterhaltung und Bewirtschaftung des Lehmwohlds gewährt werden, so das Konstrukt.

Einen anderen Weg gebe es nicht, sagte Ulrich im Ausschuss, der bis auf Carl-Heinrich Peters (IBF) zustimmte. Es gehe darum sicherzustellen, dass am Lehmwohld weiter Fußball gespielt werde, ergänzte der Notvorstand gegenüber unserer Zeitung. Mit einer Neugründung könne der ISV die Last der Vergangenheit loswerden. Und zwar ohne ihn: „Für mich ist am 24. Mai Schluss.“ Doch es gebe genügend Menschen, die Verantwortung übernehmen wollten, sagt Ulrich, ohne ins Detail zu gehen.

Die Pläne der Stadt sehen auch vor, die Gaststätte an den neuen Verein zu verpachten – dann könne der boomende Dartsport eine weitere Abteilung bilden, was den Nachfolgeverein stärke, so Ulrich. Der neue Name solle sich, wenn das zuständige Gericht mitspielt, sehr an dem bisherigen orientieren: „Die Veränderung soll so gering wie möglich sein.“

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