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Norddeutsche Rundschau

17. Oktober 2017 | 06:12 Uhr

Tourismus : Auenland setzt auf Gemeinschaft

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

In der AktivRegion Kellinghusen und Hohenlockstedt beginnt ab 2015 eine neue Förderperiode / Drei Millionen Euro stehen zur Verfügung

von
erstellt am 06.Aug.2014 | 17:00 Uhr

Barrierefreiheit im Kellinghusener Freibad, Attraktivitätssteigerung im Hafen, Schulhof-Umgestaltung in Hohenlockstedt, Gestaltung Melkhus Wrist, Neugestaltung Kirchenvorplatz Brokstedt – alle diese Projekte wären ohne finanzielle Förderung Der Europäischen Union kaum denkbar. Die Gelder flossen über die AktivRegion Holsteiner Auenland in die Region. Insgesamt sind zwischen 2007 und 2014 80 Projekte in der AktivRegion gefördert worden. Darauf wies der Vorsitzende Hans-Jürgen Kütbach im Gespräch mit unserer Zeitung hin. 15 Millionen wurden investiert, als Zuschuss flossen 5,2 Millionen Euro. Jetzt endet die Förderperiode für alle AktivRegionen. „Bis auf 320 Euro haben wir alles ausgegeben,“ sagt Imme Lindemann vom Büro Nord, zuständig für die Geschäftsstelle.

Der Vorsitzende und sein Stellvertreter, der Kellinghusener Erik Bornholdt, sehen bei der AktivRegion nicht nur den finanziellen Vorteil, sondern auch den Zusammenhalt innerhalb der Region, der deutlich gestärkt und zu einem größeren Selbstbewusstsein gegenüber den Kreisen geführt habe. Und das Gemeinschaftsgefühl soll weiter gestärkt werden – in der neuen Förderperiode, die 2015 beginnt und bis 2020 läuft. Dafür laufen seit Monaten die Vorbereitungen für die so genannte Integrierte Entwicklungsstrategie. Zahlreiche Fachgespräche, Workshops und Sitzungen haben bereits stattgefunden, jetzt muss die Strategie noch endgültig beschlossen werden, bevor sie in Kiel eingereicht werden kann. „Dort müssen wir uns dann mit dem Papier dem landesweiten Wettbewerb stellen“, sagt der stellvertretende Vorsitzende Bornholdt. Eine Jury nimmt ein Ranking aller von den AktivRegionen eingereichten Strategiepapiere vor, die letzten fallen vermutlich durch das Förderraster. „Wir haben aber keine Angst, das Nachsehen zu haben.“

Insgesamt fließen für die kommende Förderperiode für das Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum (ELER) 419 Millionen Euro ins Land – 63 Millionen Euro gehen in die 21 AktivRegionen, also pro Region drei Millionen Euro. Gefördert werden in der kommenden sechs Jahren Projekte in fünf Kernthemen, die sich an den EU-weiten Vorgaben orientieren. „Holsteiner Auenland – die Gemeinschaft im Mittelpunkt“ lautet dabei das selbstgeschaffene Leitbild, an dem sich alle Kernthemen orientieren.

❍ Beim Kernthema „Gemeinsam nachhaltig “ geht es um Gemeinschaftsprojekte und kommunale Vorzeigeprojekte zum nachhaltigen Umgang mit Energie. Damit sollen größere Investitionen vorbereitet oder das Bewusstsein für ein klimafreundliches Verhalten gesteigert werden.

❍ Das Kernthema Land- und Naturerlebnisse beinhaltet die qualitative Weiterentwicklung, Vernetzung und gemeinsame Vermarktung bestehender Angebote im Bereich Naherholung und Tourismus.

❍  „Ortserlebnisse“ ist das dritte Kernthema überschrieben. Dort sollen Projekte umgesetzt werden, um Ortskerne attraktiver zu machen. Vor allem soll dabei Wert darauf gelegt werden, dass die Dorfgemeinschaft in Aktionen eingebunden ist und mobilisiert wird.

 ❍  Um „Starke Gemeinschaften“ geht es im vierten Kernthema. Da sich die Ortsgemeinschaften stark verändern, will die AktivRegion Formen der Dorf- und Ortsgemeinschaft fördern, Kommunikation und Einbindung in die Dorfgemeinschaft ermöglichen sowie gemeinsame Treffpunktbildungen unterstützen.

❍  In der „Bildungsregion Holsteiner Auenland“ geht es im fünften Kernbereich um die Zusammenarbeit der Bildungsakteure in der Region. Dabei sollen Netzwerke unterstützt und neue Angebote aufgebaut werden.

Die Förderquote kann bis zu 80 Prozent betragen, maximal werden jedoch 100 000 Euro zugeschossen. In der vergangenen Periode gab es lediglich 55 Prozent oder höchstens bis zu 50 000 Euro.

Ob das Strategiepapier die Zustimmung vom Land findet, entscheidet sich laut Kütbach im Herbst. Und damit die AktivRegionen 2015 schnell loslegen kann, seien bereits zwei Starterprojekte in der detaillierteren Bearbeitung.

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