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Rock-Festival : Auch Wacken hat mal klein angefangen

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Morgen findet die Premiere für das Sørdfest in Landscheide statt. Rund 250 Fans der härteren Musik werden erwartet – Platz ist aber für viel mehr.

Auf der Weide neben dem Clubhaus des Motorradclubs Supbüddel in Landscheide/Flethsee ist nur grünes Gras zu sehen, leise weht der Wind über die Wiesen. Das soll am Wochenende anders werden. Alte Hasen und Nachwuchsbands lassen es dann ordentlich krachen, wenn der neu gegründete Sørdfest-Kulturverein aus Landscheide sein erstes Festival, ausrichtet: das Sørdfest.

Am morgigen Sonnabend gibt es ein ausgiebiges Live-Rock-Programm bis in die Nacht. Auf dem Festivalgelände in der Flethseer Straße 2a geht es unter dem Motto „Das ist ein Festival und kein Streichelzoo“ rockig, hart und wild zur Sache. Grillstände, ein Eiswagen und Getränke zu kleinen Preisen runden das Angebot ab. Den Ausschank übernimmt der Verein selbst. Auf dem Gelände „irgendwo im nirgendwo“ gibt es genügend Platz für Bühne, Zuschauer und Parkplatz.

Entstanden ist das Fest vor einem halben Jahr aus einer Reaktion der dort ansässigen Band „Sørdlich“ nach einer kurzfristigen Absage eines Konzerts in Hamburg. Dabei bemerkte sie: „Trotz Wacken ist es immer noch schwierig, mit der harten Musik an Auftrittsmöglichkeiten zu kommen“, so Schlagzeuger Marco Frauen. Innerhalb von 24 Stunden zogen sie deshalb einen Gig in Eigenregie auf. So kam der Gedanke: „Wenn wir einen Auftritt an einem Tag organisieren, schaffen wir in fünf Monaten auch ein Festival.“

Schnell stießen sie dabei an ihre logistischen Grenzen und fragten deshalb im Freundeskreis und der Nachbarschaft nach Hilfe. Die fand sich schnell, und da mit einem Verein manches einfacher ist, wurde Anfang Juni kurzerhand der Sørdfest-Kulturverein gegründet dessen Schwerpunkt in der Förderung des Nachwuchses im Metalbereich liegt.

Die Mitglieder starteten übers soziale Netzwerk einen Aufruf an Rockbands: „Wir stellen Gesangsanlage und Räumlichkeiten und organisieren das Ganze.“ Obwohl sie keine Gage zahlen und keine Kosten für Anreise und Aufenthalt übernehmen können, wurden die Mitglieder von Anfragen aus ganz Deutschland fast überrollt. „Wir hatten auf unserer Facebook-Seite 18  000 angemeldete Personen, es meldeten sich mehr als 45 Bands an“, so Marco Frauen. „Wir hatten so viele Bewerbungen, dass wir einen Bewerbungsstopp ausrufen und weitere Interessenten auf das nächste Jahr vertrösten mussten.“

Von der Band „Forgotten North“, die als Headliner auftritt, gab es viele Tipps. „Wir sind überwältigt von der Resonanz und glücklich darüber, dass die Bands sich mit uns in ein Boot gesetzt haben, ohne zu wissen, dass es schwimmt.“ Auch die Zusammenarbeit mit dem Amt Wilstermarsch habe sehr gut geklappt.

Das Festival organisiert der Kulturverein mit derzeit 20 Mitgliedern aus Flethsee, Brunsbüttel und Brokdorf im Alter von 18 bis 50 Jahren. Heute Vormittag beginnt der Aufbau, das Gelände wird eingezäunt. Strom und Wasser gibt es über den Clubraum. „Wir rechnen mit 250 Besuchern, hätten aber genug Platz für viele weitere“, sagt Marco Frauen. Ab 19 Uhr gibt es eine Feuershow, die Live-Musik endet um 1 Uhr und gegen 3 Uhr klingt das Festival aus. Im Erfolgsfall – und davon gehen die Organisatoren aus – wollen sie das Festival immer am zweiten Augustwochenende fortsetzen. Im nächsten Jahr soll es eine Nummer größer werden und zwei Tage dauern. Denn, so Frauen: „Auch Wacken hat mal klein angefangen.“

>Das „Sørdfest“ in Landscheide (ausgeschildert ab der B 5) beginnt Sonnabend, 8. August, um 15.30 Uhr (Einlass: 15 Uhr). Der Eintritt kostet 10 Euro, Parkplatzgebühren: 2 Euro.

Auftreten werden: „Boreout Syndrome“ (Elmshorn, 15.15 Uhr), „Mustat Sielut“ (Leipzig, 15.34), „Immer“ (Elmshorn, 16.45), „KI:DDS“ (Hamburg, 17.45), „Los Bierholn“ (Bremen, 18.45), „Hateful Agony“ (München, 19.45), „Sørdlich“ (Flethsee, 21.15) und „Forgotten North“ (Glückstadt/Brunsbüttel, 22.45).

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