Dithmarschen : Atommüll ja - aber nur den eigenen

Bei der Resolution zu den Schleusen gab es noch eine geschlossene Mehrheit im Kreistag - als es um die Atommülllagerung in Brunsbüttel ging, hoben die beiden Grünen (vorne rechts) ihre Arme nicht mehr. Foto: Rother
Bei der Resolution zu den Schleusen gab es noch eine geschlossene Mehrheit im Kreistag - als es um die Atommülllagerung in Brunsbüttel ging, hoben die beiden Grünen (vorne rechts) ihre Arme nicht mehr. Foto: Rother

Kreistag bekennt sich zur Zwischenlagerung von Atommüll in Brunsbüttel / Grüne stimmen gegen Resolution

Avatar_shz von
20. April 2013, 08:51 Uhr

Heide/Brunsbüttel | Resolutionszeit im Dithmarscher Kreistag - gleich drei entsprechende Beschlüsse standen Donnerstagabend zur Abstimmung. Während die bereits in Brunsbüttel formulierte Resolution zur Schleuse und auch die Forderung, auf Kürzungen im Bereich der ambulanten Suchtberatung und der offenen sozialpsychiatrischen Angebote zu verzichten, einstimmig abgesegnet wurden, gab es zur Atommülllagerung in Brunsbüttel einigen Gesprächsbedarf. Letztlich stimmten mit Klaus Kronberg und Holger Dräger ausgerechnet die beiden Grünen Abgeordneten gegen die Resolution. Und das, obwohl es "ihr" Umweltminister Robert Habeck war, der Brunsbüttel als Zwischenlager in die Diskussion gebracht hatte.

Selbst die Fraktion der Linken konnte sich am Ende mit der fraktionsübergreifenden Formulierung anfreunden. Und das, obwohl sie zu ihrem Bedauern, wie es Klaus Roosen formulierte, über den Entwurf zuvor nicht informiert worden waren und einen eigenen Antrag eingebracht hatten. Diesem wiederum, so hatte Jörg Lassen (CDU) ausgeführt, hätte er nicht zustimmen können. Unter anderem, weil dort eine Belastung durch die Industrie auf der Südseite aufgeführt wurde. "Wir in Brunsbüttel fühlen uns aber gar nicht durch die Industrie belastet."

Die Grünen hatten in der fraktionsübergreifenden Resolution verschiedene Formulierungen gestört. Unter anderem störte sich Holger Dräger daran, dass man nicht darauf bestehen könne, nur den Atommüll zurückzunehmen, der auch wirklich in Bruinsbüttel angefallen sei. "Das kann niemand mehr nachprüfen, wenn die Castoren aus den Wiederaufbereitungsanlagen kommen, ob es genau der Atommüll ist." Wilhelm Malerius’ (SPD) Forderung, den Kreis Dithmarschen als Resolutionsträger gegen den Kreistag zu ersetzen, fand Zustimmung. Und FDP-Fraktionschefin Veronika Kolb (FDP) merkte an: "Das ist ein klares Bekenntnis den Atommüll, den wir in Brunsbüttel produziert haben, auch einzulagern." Allerdings gelte Dithmarschen als familienfreundliche und touristische Region, da könne es nicht sein, dass man das Atommülllager für ganz Deutschland werde.

Klaus-Jürgen Esch, Fraktionsvorsitzender der SPD, appellierte an die anderen Standortgemeinden von Kernkraftwerken: "Der Atommüll sollte dort zwischengelagert werden, wo er angefallen ist und wo die Gemeinden jahrelang auch die Gewerbesteuer kassiert haben."

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen