Atomkraftgegner loben Minister Habeck

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09. März 2017, 15:47 Uhr

Zur Abwechslung haben die Atomkraftgegner auch mal ein Lob für Umweltminister Robert Habeck. „Wir begrüßen ausdrücklich seine klare Forderung nach vollständiger Aufklärung der Ursachen der Grenzwert überschreitenden Korrosion an den Brennstabhüllrohren im AKW Brokdorf, bevor eine Wiederanfahrgenehmigung erteilt werden kann und hoffen dabei auf seine Standhaftigkeit“, schreiben Karsten Hinrichsen und Eilhard Stelzner in einer Mitteilung der Initiative Brokdorf-akut. Aus ihrer Sicht ist das dramatische Anwachsen der Oxidschicht an den Brennstäben innerhalb des letzten, auf sieben Monate verkürzten, Zyklus erfolgt. Die Betriebsgenehmigung für das AKW Brokdorf enthalte aber Auflagen, die verhindern sollen, dass die Brennstäbe zu stark korrodieren. „Entweder hat der Betreiber die Auflagen nicht eingehalten oder die Auflagen sind nicht geeignet, das schnelle Anwachsen der Oxidschicht zu verhindern“, mutmaßen die Sprecher. Dadurch habe sich das AKW Brokdorf während des letzten Zyklus in einem sicherheitstechnisch kritischen und nicht genehmigten Zustand befunden.

Den von Preußen Elektra vorgeschlagenen Austausch der auffälligen Brennelemente und die Auslegung des Reaktorkerns mit den bisher verwendeten Berechnungsmodellen mit dann verkürztem Zyklus hält Brokdorf-akut bei dieser Hochrisikotechnologie mit möglichen verheerenden Folgen für unvertretbar. Hinrichsen betont: „Wir erwarten durch die Aufsichtsbehörde eine umfassende Information der Öffentlichkeit über die Ergebnisse der Ursachenforschung und bei Zustimmung zum Wiederanfahren die Gründe für deren Unbedenklichkeit.“

Kraftwerksbetreiber Preußen Elektra hatte in dieser Woche als frühest möglichen Anfahrtermin den 21. März genannt. Die Ursache für die oxidierten Brennstäbe sei noch nicht gefunden. Die beschädigten Brennelemente würden aber definitiv nicht wieder eingesetzt.

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