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Norddeutsche Rundschau

24. Oktober 2017 | 04:54 Uhr

60. Fubama : „Atemlos durch die Nacht“

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Die 60. Fubama in Wilster: bunter, größer und fröhlicher – und Schleswig-Holsteins größte Faschingsparty.

shz.de von
erstellt am 03.Feb.2014 | 05:06 Uhr

Nie war sie so groß, so bunt und so fröhlich wie jetzt – mit kreativen Kostümen wurde ein rundes Jubiläum gefeiert: In Wilster ging am Wochenende die größte Faschingsveranstaltung Schleswig-Holsteins über die Bühne – zum 60. Mal bereits. Knapp 6000 bunt verkleidete Narren ließen es bei der Fubama, der Fußballmaskerade des SV Alemannia Wilster, ordentlich krachen.

Bei milden Temperaturen mussten die Narren zeitweise in den beheizten Zelten sogar schwitzen. Im Tanzsaal Colosseum und einer angrenzenden Zeltstadt aus drei Großzelten erlebten die Jecken ein umfangreiches Programm von der Live-Band bis zum Wolfgang-Petry-Double. Den Song des Abends aber intonierten alle DJs gleichsam, teilweise parallel und mehrfach hintereinander – und über die ganze Nacht hinweg: Helene Fischers Lied „Atemlos (durch die Nacht)“ schwang sich zur Hymne der diesjährigen Fubama auf. Besonderheit des bunten Treibens dazu: die zu Beginn ausgerufene Kussfreiheit, die bis zum Morgen ausgiebig genutzt wurde.

Eine Premiere war das Jubiläum für die Besucherinnen Tarmava, Marina, Janine und Tamara aus Barmstedt, ganz in schwarz. „Wir sind zum ersten Mal hier und begeistert“, so Marina, als sie sich tanzend durch die Zelte schoben. „Wir kommen immer gerne wieder“, stand für sie da schon fest.

Vier junge Männer aus Brokdorf kamen in Schwarz-Weiß als Rockband Kiss. „Die Kostüme haben wir drei Tage lang selber gebastelt“, berichtet einer von ihnen. Und: „Wir wurden von meiner Freundin Nadine geschminkt.“

Völlig verpackt als Lego-Steine gingen Thomas aus Schleswig und Marco aus Oldendorf. „Das haben wir zwei Abende lang mit Pappe, Kreppband und Farbe selbst konstruiert“, sagte Thomas, „und wir kamen keine zwei Meter weit ohne fotografiert zu werden“, so Marco. Auch die „Seemannsbräute“ Annie Heise und Ilsa und Annelie Höhne aus Itzehoe waren zum ersten Mal dabei. „Das macht viel Spaß mit den ganzen Verkleidungen“, sagte Annelie. „Wir haben schon so viele Bekannte getroffen wie sonst nie.“ Stammgäste waren Nicole und Jens Grothmann aus Wilster. „Wir haben zunächst selber im Fanfarenzug Nortorf Musik gemacht“, erzählte Nicole, um sich dann gleich auf die Tanzfläche zu stürzen.

Mit ihren gigantischen Sound- und Lichtanlagen verwandelten die Bands und DJs die Zelte in heiße Tanztempel. DJ Stefan Wahnsinn (Stefan Wolter) sorgte mit 70er bis 90er Party für Stimmung. „Beim Fasching drehen die Besucher auf. Es gibt jedes Jahr eine Steigerung. Das ist ein Eiland der guten Laune.“ Und DJ Tony Tornado (Thorsten Stührk), der die ganze Nacht auf seiner eigenen Bühne Neue Deutsche Welle und deutsche Schlager spielte, stellte bei den tanzenden Jecken vor seiner Bühne einfach fest: „Schlager kommen immer gut.“ „N-Joy the Party”-Moderator Andreas Kuhlage war auf seiner Bühne hin und weg von den Massen an bunten Köpfen, die kein Ende nehmen wollten. „Sie sind ja außer Rand und Band. Das gibt’s sonst nur in Köln und Düsseldorf – eine neue Faschingshochburg.“ Und sie richteten alle gemeinsam auch noch einen Flash-Mob auf der Tanzfläche aus.

In dem „FuBaMa Specials“ machte sich das neu dekorierte Standesamt drauf und dran, den Rekord vom vergangenen Jahr mit 370 Trauungen zu brechen. Und als dann zahlreiche Kostüme in der Preismaskerade durch die Jury prämiert wurden, da war der Abend durch die Geldpreise für deren Besitzer gerettet.

Hendrik Gertz, der Vorsitzende des ausrichtenden SV Alemannia Wilster konnte da nur zu einem Schluss kommen: „Alles läuft gut.“ Und hinterher brachte der bewährte Bus-Shuttle die Feiernden wieder zurück, die somit nicht nur „atemlos durch die Nacht“, sondern auch heil wieder zu Hause ankamen.

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