Ehrenamt : Asyl-Arbeitskreis sucht Mitstreiter

Suchen weitere Mitstreiter: Adrian Unger, Horst Nitz, Gritta Koetzold und Anne-Kathrin Gummerlich.
Suchen weitere Mitstreiter: Adrian Unger, Horst Nitz, Gritta Koetzold und Anne-Kathrin Gummerlich.

Zahlreiche Freiwillige aus dem Amt Kellinghusen helfen bereits. Pastorin Koetzold: „Niemand beantragt aus Spaß Asyl.“

shz.de von
12. Juni 2014, 16:45 Uhr

Sie flüchten vor Krieg, Folter und politischer Verfolgung und suchen Schutz in sicheren Ländern. Glück im unsäglichen Unglück ist, wenn eine Familie die Flucht aus Irak, Iran, Afghanistan, Jemen, Somalia oder dem ehemaligen Jugoslawien gemeinsam schafft. Häufig genug begeben sich auch ganz junge Menschen allein auf den gefährlichen Weg -– mit vielen fürchterlichen Erinnerungen im Gepäck. „Die Menschen sind erschöpft, durcheinander und zum Teil traumatisiert, wenn sie hier ankommen“, sagt Gritta Koetzold. Die Pastorin im Kirchenkreis Kellinghusen weiß aus zahlreichen Gesprächen: „Niemand beantragt aus Spaß Asyl.“

Sogenannte Erstaufnahmeeinrichtungen für Asylsuchende gibt es auch im Amt Kellinghusen. „Uns werden die Flüchtlinge aus dem landesweiten Aufnahmelager in Neumünster zugewiesen“, erklärt Anne- Kathrin Gummerlich, Leiterin des Fachbereichs Soziale Dienste. Das Amt weist auf behördlicher Ebene den Weg. Grenzen gibt es jedoch bei zahllosen lebenspraktischen Dingen die helfen, sich in der neuen Umgebung zurecht zu finden. Deshalb freut Gummerlich sich über den „Arbeitskreis (AK) Migranten“. Freiwillig erledigen Bürger aus Wrist, Hohenlockstedt und Kellinghusen viele Dinge, die von der Verwaltung nicht zu leisten sind. „Im vergangenen September kam es zu einem ersten Treffen“, erklärt Adrian Unger aus der Gemeinde Wrist. Seither bemühen sich Ehrenamtliche, den Flüchtlingen ein herzliches Willkommen zu bereiten und ihnen im alltäglichen Leben zur Seite zu stehen. „Einige deutsche Familien haben Patenschaften übernommen, andere Ehrenamtliche begleiten die Flüchtlinge bei Einkaufs- und Arzt- und Behördengängen“, ergänzt der Kellinghusener Horst Nitz. Zu den Unterstützern zählten auch (Sport)-Vereine und Verbände. „Wir freuen uns zudem über die gute Zusammenarbeit mit den Amtsgemeinden Brokstedt, Hohenlockstedt, Wrist und Kellinghusen.“

Etabliert hat sich mittlerweile eine offene Frühstückrunde im Alten Pastorat in Stellau. Jetzt wollen die Mitstreiter noch mehr ehrenamtliche Helfer aus dem Amtsbereich ansprechen. Eine große Hilfe wären Gemeinde- oder Stadtrundgänge, um den Menschen einen ersten Eindruck von der neuen Umgebung zu vermitteln. „Leichter wird das Leben schon, wenn jemand zeigt, wo es Babynahrung oder Waschmittel gibt“, sagt Unger. „Oder ganz praktisch Verkehrsunterricht über das Verhalten von Fahrradfahren erteilt“, fügt Nitz an. Die zur Verfügung gestellten alten Drahtesel (Fahrradspenden willkommen) ermöglichen den Flüchtlingen unter anderem den Weg zu ersten Sprachübungen ins Unterzentrum Kellinghusen. „Deutsch lernen wollen alle so schnell wie möglich“, beobachtet Koetzold. Dies hänge nicht zuletzt mit dem insgesamt hohen Bildungsgrad der Menschen zusammen, sondern ganz besonders mit dem festen Willen sich in der neuen Umgebung einzufügen und Arbeit zu finden. „Ideal wäre es, zusätzlich einfache Unterrichtseinheiten ins Netz zu stellen, die dann beliebig oft abgerufen werden können“, sagt Unger. Zur Realisierung seiner Idee sucht er dringend nach ehrenamtlicher Hilfe im IT-Bereich.

>Kontakt: Adrian Unger 01729134277 / adrian-unger@gmx.de. Horst Nitz, 04822/1677 / kiwiHorst@t-online.de.

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