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An der Spitze : Astrid Nielsen – engagiert für Frauen

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Neue Präsidentin der Soroptimistinnen will neue Schwerpunkte setzen. Öffentliche Vorträge geplant.

von
erstellt am 09.Feb.2015 | 05:00 Uhr

Sie arbeitet beruflich mit Frauen und engagiert sich auch privat für Frauen: Astrid Nielsen ist die neue Präsidentin von Soroptimist International (SI) in Glückstadt – einer Service-Organisation berufstätiger Frauen, die in rund 130 Ländern vertreten ist. Wie es üblich ist für die jeweiligen Präsidentinnen, will die 58-Jährige neue Akzente setzen. Dazu gehören in Zukunft auch öffentliche Vorträge.

Beruflich berät die Glückstädterin seit 1993 Frauen, die wieder in das Berufsleben einsteigen wollen. Ihr Büro hat sie bei der Wirtschaftsgesellschaft egeb in Itzehoe. Doch sie hält auch regelmäßig alle sechs Wochen Sprechstunden im Glückstädter Rathaus ab.

Über ihren Beruf kam sie vor zehn Jahren auch zu dem organisierten Netzwerk für Frauen aus verschiedenen Berufszweigen in Glückstadt. „Ich bin gefragt worden, als ich vor den Soroptimistinnen einen Vortrag zum Thema Arbeitsmarkt und Frauen in der Region gehalten habe.“

Was sie beeindruckte beim ersten Treffen, war ein „sehr persönlicher, wertschätzender Einführungsabend“ im kleinen Kreis. „Mir wurde erzählt, was Soroptimist International bedeutet, die Einstellung dazu und wie wir Frauen miteinander umgehen.“

Astrid Nielsen war sehr angetan vom Grundgedanken sich zu engagieren. Ihr berufliches Thema Chancengleichheit passte und passt. „Zu den Zielen von SI stand ich schon, nur ist der Fokus hier noch stärker auf Frauen ausgerichtet.“ Gut findet sie den gesellschaftlichen Ansatz mit dem Ziel zu verändern. Und dass es die Möglichkeit zum internationalen Austausch gibt. „Ich nehme gerne an solchen Treffen teil. Es ist spannend zu erfahren wie unterschiedlich Problemlagen sind und wo wir uns trotz gleicher Ziele unterscheiden.“ Ein Ziel von Astrid Nielsen ist, an einem Europakongress von SI teilzunehmen.

Was ihr nicht gefällt, sind die hierarischen Strukturen, die noch aus alten Zeiten stammen. „Das passt heute nicht mehr. Hier muss sich SI mit einer flacheren Hierarchie erneuern.“ Dies ist ein Grund, warum sie in ihrer Amtszeit Kontakte zu anderen Frauen-Netzwerken sucht.

Der erste Schritt, sich auch in der Region mehr zu vernetzen, ist getan: „Wir werden mit den Itzehoer Soroptimistinnen einen gemeinsamen Stand auf der Nordjob-Messe am 7. und 8. Juli in Horst organisieren.“ 30 Frauen werden dort ihre Berufe vorstellen. Damit wollen sie Soroptimistinnen auch nach außen hin „sichtbarer“ auftreten.

Die berufstätigen Frauen treffen sich regelmäßig einmal im Monat. An diesen Abenden gibt es in der Regel Vorträge. Zwei davon werden öffentlich sein – im Palais für aktuelle Kunst am Hafen. „Nur ein Stück Stoff? Wie stehen wir zum Kopftuch?“lautet das Thema am 14. Juli, zu dem Canan Bayram und Golrang Khadivi aus Hamburg sprechen. Zwei unterschiedliche Referentinnen: Eine trägt Kopftuch, die andere nicht. Astrid Nielsen ist gespannt darauf und freut sich, über das Thema anschließend mit den Gästen zu diskutieren.

Im zweiten öffentlichen Vortrag spricht Katrin Wolf am 8. September zum Thema „Filia – die Frauenstiftung“. Hier geht es um berufliche Vernetzung. Bei Filia, so Astrid Nielsen, geht es auch darum, Frauen Geld für Projekte zur Verfügung zu stellen. „Sie sind erfolgreich“, weiß sie. „Sie schaffen es, auch junge Mädchen zu begeistern.“

Im Mai feiern die Glückstädter Soroptimistinnen ihr 25-jähriges Jubiläum. Die Service-Organisation in der Elbestadt wurde 1990 von Dr. Sibylle Lindenberg ins Leben gerufen. Zum Jubiläum werden unter anderem Gäste aus England, Dänemark, Holland und aus ganz Norddeutschland erwartet.

Das Ziel der Soroptimistinnen ist es, „eine weltweite Stimme für Frauen“ zu sein. So engagiert sich das Netzwerk weltweit unter anderem für einen ungehinderten Zugang zu Bildung, Nahrung und bestmöglicher medizinischer Versorgung für Mädchen und Frauen und Projekte im Kampf gegen jegliche Gewalt gegen Frauen. Soroptimistinnen engagieren sich durch das weltweite Netzwerk aller Mitglieder und durch internationale Partnerschaften für Menschenrechte für alle, weltweiten Frieden, ehrenamtliche Arbeit, Vielfalt und Freundschaft. Soroptimist International engagiert sich als Organisation im lokalen, nationalen und internationalen Umfeld für eine aktive Teilnahme an Entscheidungsprozessen auf allen Ebenen der Gesellschaft. Die Soroptimistinnen gibt es seit 1921 in Amerika und seit 1930 in Deutschland.

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