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Norddeutsche Rundschau

23. August 2017 | 19:38 Uhr

Arturo Mescia – Spaß an der Musik

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Borsflether leitet seit 20 Jahren den Glückstädter Spielmannszug / Mit 14 Jahren eingetreten und früh im Vorstand aktiv

„Ich bin als 14-Jähriger ganz normal in den Spielmannszug eingetreten.“ Es klingt wie das Selbstverständlichste der Welt, wenn Arturo Mescia davon erzählt, wie 1981 sein Hobby begann. Und so selbstverständlich war es damals auch für ihn. Seine Schwester war schließlich schon seit einem Jahr im Glückstädter Spielmannszug, und sein Kumpel machte auch mit.

Der Spaß an der Musik sorgte dafür, dass Arturo Mescia dabei blieb. Und die Zusammengehörigkeit. „Durch den Spielmannszug waren wir eine Clique, haben viel Freizeit zusammen verbracht“, erzählt der 47-Jährige.

Doch Arturo Mescia machte nicht nur Musik. Er übernahm auch Verantwortung, wurde Jugendbeisitzer und Stabführer. Und er sorgte für eine neue Selbstverständlichkeit: Der Vorsitzende des Glückstädter Spielmannszugs heißt Arturo Mescia. Seit 20 Jahren hat der Borsflether das Amt inzwischen inne und wurde dafür zu seiner großen Überraschung bei der Jahresversammlung mit der Medaille in Gold ausgezeichnet. „So ist das bei ehrenamtlichen Tätigkeiten. Wenn man erst einmal einen gefunden hat, wird der festgenagelt“, sagt Arturo Mescia lachend: „Ich mache das immer noch gerne.“

Sehr zur Freude des zweiten Vorsitzenden Sven Mangels: „Wenn der Vorsitzende das seit 20 Jahren macht, hat das schon Stil“, sagt er. „Arturo macht einen super Job.“ Und das nicht nur als Vorsitzender, sondern auch, wenn er Trompete spielt oder als musikalischer Leiter einspringt. Eigentlich hat die Aufgabe Fabio Mescia übernommen – Arturo Mescias Sohn. Denn der Glückstädter Spielmannszug ist längst ein kleines Familienunternehmen: Auch Tochter Caniscia ist dabei und hat das Amt der ersten Jugendbeisitzerin inne. Und Ehefrau Sonja blickt natürlich ebenfalls auf eine Zeit als aktives Mitglied zurück. Ganz ähnlich sieht es bei Familie Mangels aus.

Dieses Miteinander mache das Besondere am Spielmannszug auch aus, findet Arturo Mescia. Jung und alt musizieren gemeinsam, es ist „eine bunte gemischte Gruppe“ mit Teilnehmern aus allen Schichten und Nationalitäten. „Musik verbindet“, sagt Arturo Mescia. „Und man lernt, dass man immer den Schwächeren mitnehmen muss.“

In den 20 Jahren, in denen der Spielmannszug von dem Borsflether angeführt wird, hat er einige Wandlungen durchlebt. „Früher war es ein klassischer Spielmannszug“, erklärt der Vorsitzende. „Inzwischen haben wir umgestellt auf einen modernen Musikzug.“ Man nähere sich jetzt klang- und stiltechnisch eher dem Bereich „Marching-Band“ oder „Brass Band“. Zum Repertoire gehören längst auch modernere Stücke wie „Rivers of Babylon“ oder Helene Fischers „Atemlos“.

„Damit auch die Jugendlichen Spaß daran haben“, erklärt Arturo Mescia. „Es kommt doch sonst keiner mehr dazu – wer zieht sich denn sonst noch eine Uniform an?“ Wie viele andere Vereine, schrumpft auch der Spielmannszug. 23 Aktive gibt es noch – eine Zahl, die manch ein Stück schon schwierig macht, schließlich wird prinzipiell mehrstimmig gespielt. „Das zeichnet uns aus, das sagen uns auch die Zuhörer immer wieder“, sagt Sven Mangels.

Deshalb wird der Nachwuchs auch nach Kräften gefördert. Wurde früher noch nach Zahlen oder Gehör gespielt, lernen die Jugendlichen inzwischen Noten lesen und werden regelmäßig zu Lehrgängen geschickt. „Es ist alles professioneller geworden. Die Kinder haben ein ganz anderes Know-how“, sagt der Vorsitzende. „Sie haben uns vom Fachwissen her schon überholt.“

Und sie bringen von ihren Lehrgängen neue Kontakte mit, die wiederum den musikalischen Austausch mit anderen Gruppen fördern. Rund 25 Auftritte stehen pro Jahr an. Von der Eröffnung der Matjeswochen bis zum Laternenumzug, vom Itzehoer Weinfest bis zum Glückstädter Vogelschießen. Doch auch außerhalb der Region wird musiziert, zum Beispiel beim Karneval in Düsseldorf oder beim Internationalen Musikfest in Hagen. Am 5. Juni werden die Spielleute beim Schützenfest in Hannover sogar den größten Schützenausmarsch der Welt anführen.

„Es macht schon echt Spaß“, sagt Arturo Mescia. Nach Aufhören klingt das nicht – oder? „Das Ziel ist natürlich irgendwann, dass jemand anderes die Verantwortung übernimmt“, sagt der 47-Jährige. Gut möglich, dass der Name des Vorsitzenden dann aber trotzdem Mescia bleibt: Sohn Fabio hat bereits Interesse angemeldet.


>Der Spielmannszug spielt zur Eröffnung der Matjeswochen, am 11. Juni, 16.15 Uhr auf dem Marktpaltz und am Sonnabend, 13. Juni, um 12 am Hafen.

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erstellt am 26.Apr.2015 | 16:05 Uhr

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