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Norddeutsche Rundschau

17. August 2017 | 14:12 Uhr

Arno-Schmidt-Schau: Literatur im Bild

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

In der Galerie Rusch läuft ab sofort bis 14. Februar eine Ausstellung mit Werken über den Autor Arno Schmidt. „Wir haben verschiedene Themenkomplexe, die der Erzählung bedürfen“, so Björn Engholm, der während der Vernissage die Laudation hielt. Der ehemalige Ministerpräsident war bereits 1991 Laudator, als Jens Rusch seine ersten Arbeiten zu Arno Schmidts Schule der Atheisten in Tellingstedt ausstellte. Das 1972 erschienene Werk von Schmidt war ein Zukunftsroman, der 2014 spielte. Der 3. Weltkrieg ist vorbei, die USA und China teilen sich die Weltherrschaft. Es kommt im deutschen Reservat an der Eider, dem Ort Tellingstedt, zum Gipfeltreffen, bei dem Friedensrichter Kolderup als Mittelsmann auf seine Weise für Weltfrieden sorgt.

In der Ausstellung trifft man auch auf Professor Eberhard Schlotter und seine Radierungen. Rusch stieß im spanischen Altea auf die Literatur von Arno Schmidt und den Schmidt-Kenner und -Freund Eberhard Schlotter. Rusch ließ sich von dem Maler die für ihn unverständliche Literatur erläutern und fand selbst Zugang zur Kunst.

Björn Engholm wies darauf hin, dass Schlotter zu den führenden Künstlern bei Kunst am Bau gehört und mit Arno Schmidt bis zu dessen Tod eng befreundet war. „Meiner Meinung nach einer der besten Maler und Radierer der Nachkriegszeit“, so Engholm.

Arno Schmidt hat in seinen Büchern Vergleiche zu anderen Schriftstellern und Dichtern, wie James Joyce, Jules Verne, Klaus Groth und Gustav Frenssen, benutzt. „Ich habe seine Bücher gelesen. Wenn man erst drin ist, liest es sich leicht“, erklärt Jens Rusch. Sekundärliteratur ist sein Zauberwort. „Du liest einen Schmidt und parallel dazu ein, zwei oder auch drei andere Bücher.“

Björn Engholm bekannte, schon immer Schwierigkeiten mit Schmidt gehabt zu haben. „Es bedarf Mut, sich in diese Sprache hinein zu begeben, man muss sich regelrecht hineinarbeiten.“ Er erzählte von der Freundschaft zwischen Schmidt und Schlotter, ihrem eigenwilligen Schaffen und der Beziehung zu Jens Rusch. „Man nennt ihn den Dali vom Elbdeich, der Realist Jens Rusch ist dem Surrealen gegenüber durchaus aufgeschlossen.“

Rusch wurde in Altea ein Schüler von Schlotter, hat sich mit der Schule der Atheisten befasst und bringt jetzt in Brunsbüttel am 100. Geburtstag, 35 Jahre nach seinem Tod, alles zusammen. „Auch Jens Rusch arbeitet mit Metaphern“, machte Engholm auf die Vogelmenschen aufmerksam. „Durch seine Wahrnehmung und seine Umsetzungsfähigkeit kann Rusch einen Schmidt darstellen, seinen Arbeiten sind gelungen.“

Jens Rusch lässt Arno Schmidt mit dessen Figuren und Texten verschmelzen und stellt so dem geschriebenen Wort ein Bild zur Seite. Neben Bildern von Rusch sind unverkäufliche Arbeiten von Professor Schlotter ausgestellt, die die Ausstellung komplettieren.

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erstellt am 20.Jan.2014 | 05:00 Uhr

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