Sturmschäden : Arbeitsreiches Wochenende für die Feuerwehren

Kleinholz: In der Vorbrügger Straße in Kellinghusen war ein morscher Baum umgestürzt.
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Kleinholz: In der Vorbrügger Straße in Kellinghusen war ein morscher Baum umgestürzt.

Die ganz großen Schäden bleiben glücklicherweise aus, als Orkan „Felix“ über die Region zieht. Dennoch haben die Feuerwehren jede Menge zu tun.

shz.de von
12. Januar 2015, 04:45 Uhr

Organtief „Felix“ bescherte den Feuerwehren in den drei Kreisen am Sonnabend viel Arbeit. Vor allem galt es, die Folgen abgebrochener Äste oder umgeknickter Bäume zu beseitigen. Die für viele wohl augenfälligste Maßnahme war die Sperrung der Störbrücke im Zuge der A 23 in Itzehoe wegen der Sturmböen.

In Krempe rückte die Feuerwehr am Sonnabendvormittag mit einem Fahrzeug nach Grevenkoop aus. In der Hauptstraße sollte ein Ast auf der Straße liegen. Weil die Rettungsleitstelle die Grevenkooper Feuerwehr über Funk nicht erreichen konnte, erfolgte zusätzlich eine Alarmierung der Kremper Wehr. Als diese in der Hauptstraße eintraf, hatten die Kameraden aus Grevenkoop den Ast schon von der Straße geräumt. Später war die Hilfe der Feuerwehr dann am Burggraben gefordert. Dort hatte „Felix“ einen Baum zum Teil entwurzelt. Mit Hilfe des Einsatzfahrzeuges wurde der Baum komplett umgelegt. Nahezu zeitgleich kam es in der Stiftstraße/Ecke Grüner Weg zu einem weiteren Einsatz. Dort hatte der Sturm an einer Gartenlaube auf etwa 20 Quadratmeter das Trapezblech umgeklappt. Feuerwehrleute entfernten das Blech.

Deutlich mehr gefordert war die Feuerwehr in Hohenlockstedt. So wurden die Einsatzkräfte am Sonnabend gegen 16.30 Uhr in die Breite Straße beordert. Dort bestand die Gefahr, dass eine Dachluke von einem Hausdach geweht wird. Die Luke wurde demontiert.

Bereits am frühen Nachmittag waren die Brandbekämpfer zur Deutsch-Ordens-Straße ausgerückt. Dort lagen mehrere große, massive Äste auf der Straße. Diese wurden von den Feuerwehrleuten beseitigt. Parallel musste ein anderer Sturmeinsatz in der Hermann-Löns-Straße abgearbeitet werden. Dort lag ein Baum auf der Straße beziehungsweise dem Rad- und Gehweg; ein weiterer Baum drohte ebenfalls umzustürzen. Nach Feuerwehrangaben wurden die Bäume mittels Motorsäge beseitigt. Außerdem musste im Ridderser Weg ein umgestürzter Baum beiseite geräumt werden.

Auch die Freiwillige Feuerwehr Kellinghusen wurde während des Sturmes mehrfach alarmiert. Mehrheitlich ging es darum, Bäume von der Straße zu räumen. In der Feldhusener Straße waren auch mehrere Dachziegel wieder einzusetzen, die durch den Sturm aus der Verankerung gerissen waren.

„In Itzehoe gab es am Wochenende nur wenige Einsätze, die auf das Wetter zurück zu führen waren“, berichtete Polizeisprecherin Merle Neufeld gestern. Am Sonnabendabend meldete ein Anrufer im Ochsenmarktskamp eine Laterne in Schieflage. Beamte stellten vor Ort eine Deformierung des Pfahls fest und informierten die zuständigen Stadtwerke. Gegen 22.20 Uhr war es der wilde Funkenflug eines Lagerfeuers im Coriansberg, der das Erscheinen einer Streife erforderlich machte. Ein Mann in einer Tonne ein Feuer entfacht, von dem aus die Funken aufgrund des Windes gefährlich nah in Richtung der angrenzenden Gebäude flogen. Der Betroffene löschte die Flammen auf Aufforderung sofort. In der Danziger Straße fielen Ziegel vom Dach eines Mehrfamilienhauses. Mitglieder der Itzehoer Feuerwehr hatten nach Angaben des Polizeireviers aber keine Möglichkeit Dachziegel vom Dach zu entfernen. Der Gefahrenbereich wurde daher durch die Polizei mittels Flatterband weiträumig abgesperrt. Der Hausmeister setzte sich danach mit einem Dachdecker in Verbindung.

Glück hatten Hausbewohner in Heiligenstedten: In der Blomestraße war eine Fichte auf den Anbau eines Hauses gestürzt. Verletzt wurde niemand. Die Feuerwehr hatte nach Polizeiangaben aufgrund der örtlichen Begebenheiten keine Möglichkeit, den Baum zu fällen. Das soll eine Fachfirma übernehmen.

In der Straße Auf dem Deiche in Brunsbüttel sägte die Feuerwehr einen Baum ab, der auf ein Haus zu stürzen drohte. Ein weiterer Einsatz rief die Wehr auf den Plan, als der Sturm in der Fährstraße ein Pappdach abzudecken drohte. Das Dach wurde gesichert.

Von rund 100 Einsätzen berichtet der Kreisfeuerwehrverband Pinneberg im Zusammenhang mit „Felix“. In Prisdorf löste sich bei einem Senioren- und Pflegeheim das Dach auf etwa 100 Quadratmetern. Die Feuerwehr und zwei Dachdecker befestigten die lose Dachpappe mit Dachlatten und Planen. Sie wurden über die Pinneberger Drehleiter gesichert.

Alarmierend die Meldung am Sonnabend in der Danziger Straße in Pinneberg: „Person unter Baum“. Doch dieser Einsatz entpuppte sich glücklicherweise als harmlos. Der Grundstücksbesitzer hatte einen großen Baum zu Fall gebracht und saß nun in den Ästen und sägte den Baum klein. Ein besorgter Bürger sah nur eine Person in dem liegenden Baum, befürchtete das Schlimmste und alarmierte über die Leitstelle die Rettungskette von Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei. Der Einsatz konnte ohne Hilfe der Feuerwehr beendet werden.

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