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Jobwechsel : Arbeitsagentur: Leiterin verlässt Heide

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Nach dreieinhalb Jahren als Leiterin der Heider Arbeitsagentur wechselt Petra Eylander nach Kiel.

shz.de von
erstellt am 27.Okt.2013 | 10:15 Uhr

Ein paar Dokumente werden noch unterschreiben, der Schreibtisch ist schon aufgeräumt, ein Gang durchs Haus, um sich noch von einigen Mitarbeitern zu verabschieden. Den letzten Arbeitstag ließ es Petra Eylander (54) ruhig angehen. 3,5 Jahre war sie Chefin der Agentur für Arbeit in Heide und damit zuständig für Dithmarschen und Steinburg. Eine berufliche Veränderung habe sie nicht geplant, versichert Petra Eylander. Der Wechsel nach Kiel als Leiterin des internen Service für die Agenturen Lübeck, Heide, Kiel, Flensburg und Neumünster ist beruflich interessant und kommt ihr vor allem auch privat entgegen. Denn Mann und Tochter leben nach wie vor in der Landeshauptstadt.

„Heide ist kein Sprungbrett“, versichert die Agenturchefin. Obwohl auch ihre Vorgänger es kaum länger als drei Jahre in der Dithmarscher Kreisstadt aushielten. „Diese berufliche Möglichkeit war nicht absehbar“, versichert sie.

Ihren Platz übernimmt Ronald Geist. Für ihn ist Heide keine unbekannte Region. Vor einigen Jahren war er dort bereits im operativen Bereich tätig. Dennoch liegt vor ihm eine große Herausforderung. Die Arbeitslosigkeit ist in den vergangenen Jahren zwar gesunken. Die Jugendarbeitslosigkeit ist mit 10,2 Prozent jedoch nach wie vor hoch. Eine großes Problem, da 42 Prozent davon keinen Berufsabschluss haben.

Eylander: „Dieses Thema muss sicherlich weiter verfolgt werden. Einziger Hoffnungsschimmer ist, dass die regionalen Betriebe traditionell viel ausbilden.“ Eine Berufsausbildung, so die ehemalige Agentur-Chefin, sei die beste Chance, um nicht arbeitslos zu werden. Und die Firmen brauchen dringend Nachwuchs. Der demografische Wandel und der damit verbundene Fachkräftebedarf ist absehbar. Petra Eylander ist daher froh, dass sie mit der „Initiative Erstausbildung – Spätstarter gesucht“ in diesem Jahr 80 jungen Menschen eine Berufsausbildung ermöglicht hat.

Eine große Herausforderung war die Zusammenlegung der Agentur-Bezirke Dithmarschen und Steinburg. Mit der Entwicklung ist sie zufrieden. „Das haben wir ganz gut hinbekommen.“ Während in Dithmarscher die Menschen zwar seltener arbeitslos werden, dafür eine neue Anstellung nur schwer finden, ist in Steinburg aufgrund der Nähe zu Hamburg im Arbeitsmarkt mehr Dynamik. Die Schließung des Druckereikonzerns Prinovis in Itzehoe, mit der rund 1000 Frauen und Männer im kommenden Jahr arbeitslos werden, stellt die Agentur für Arbeit vor große Herausforderungen – Jobs in der Druckbranche sind nur schwer zu finden. Auch in Hamburg. Einzig die frühe Ankündigung ist für Petra Eylander positiv gewesen. Auf diese Weise konnten Umschulungsmaßnahmen organisiert werden und Mitarbeiter sich neue Jobs suchen.

Genossen hat Petra Eylander in Dithmarschen die „kurzen Wege“ und die „sachliche Zusammenarbeit“. „Es besteht ein konstruktives Miteinander und eine starke Orientierung an der Sache“, sagt sie, bevor sie ihre letzten privaten Sachen zusammenräumt und sich auf den Weg nach Kiel macht.

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