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Norddeutsche Rundschau

21. Oktober 2017 | 11:30 Uhr

Arbeiten für Aida-Traumschiffe

vom

Neues Unternehmen arbeitet für Kreuzfahrt-Reederei/ Christian Asmus, Knut Bunge und Christian Käppner bieten spezielles Know-how

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erstellt am 23.Mai.2013 | 03:59 Uhr

Glückstadt | In der großen Halle stapeln sich gelbe Liegen. Noch sind sie eingepackt, doch demnächst werden Gäste der "Aida" ein Sonnenbad darauf genießen. Auf einem Kreuzfahrtschiff, das durch schöne Gefilde schippert. Was diese Gäste nicht ahnen werden: Die Sonnenliegen haben wie andere Möbelstücke auch in Glückstadt Zwischenstation gemacht. In der Halle von Christian Asmus im Gewerbegebiet. Dort stellt der Glückstädter Tischlermeister auch besondere Einzelteile für die Kreuzfahrtschiffe her - wenn etwas Besonderes verlangt wird.

Drei Männer haben die neue Firma gegründet: Christian Asmus (35), Kaufmann Knut Bunge (35) aus Itzehoe und Tischler Christian Käppner (24) aus Krempe. Ein Standbein sind die Geschäfte für die Kreuzfahrtschiffe. Möglich ist dies, weil Christian Asmus seinen Betrieb in der 1400 Quadratmeter großen Halle ausbauen konnte und weil Knut Bunge seit 15 Jahren für das Kreuzfahrtschiffunternehmen arbeitet. Der 35-Jährige ist seit vielen Jahren Inhaber des Möbelgeschäftes WohnArt in Itzehoe und betreibt zudem seit 2010 ein Geschäft in Hamburg im Stilwerk. Mit ihrer neuen Firma "Tischlerei Asmus" beliefern sie jetzt die Kreuzfahrtschiffe der Aida-Reederei mit Möbeln, setzen Stühle und anderes von der Aida wieder instand und stellen auch Sonderanfertigungen her. Für die Auslieferung der Möbel haben sich die Unternehmer extern den Itzehoer Spediteur Robert Kisiel ins Boot geholt. Mit seinen Lastwagen werden zum Beispiel die Sonnenliegen gleich stapelweise nach Nepal, Triest oder auch direkt in den Hafen von Mallorca gefahren - je nachdem, wo das Kreuzfahrtschiff vor Anker liegt.

In der Tischlerei sind zurzeit auch Sitzmöbeln, die sonst auf einem Kreuzfahrtschiff stehen, das Amerikaner durch die Weltmeere fährt. An den Sesseln ist das Blattgold an einigen Stellen abgenutzt und muss ersetzt werden. Damit dies künftig haltbarer ist, haben Asmus und Bunge ein spezielles Verfahren entwickelt.

"Wir sind hier der Nabel der Welt", scherzt Knut Bunge. Denn ein weiteres Unternehmen aus der Region beliefert die Aida: die Spedition von Andreas Schmidt fährt Lebensmittel zu den Kreuzfahrtschiffen. Die Zulieferer und diejenigen, die als externe Unternehmen auf den Schiffen arbeiten, kennen sich, sagt Knut Bunge. Es seien in der Regel immer dieselben und wie er schon lange dabei.

Christian Asmus hat seine Tischlerei 2005 in der Halle eröffnet, in der sein Vater Heiner Asmus Schiffe lagerte, die bekannten Hanseaten. "Es wurde immer mehr", sagt Christian Asmus zu den Aufgaben und er übernahm deshalb immer mehr Fläche. Jetzt mit dem neuen Unternehmen stehen dort Möbel, wo sonst Schiffe standen. Denn seit kurzem nutzen auch andere Lieferanten von hochwertigen Möbel den Standort als Lager und auch das Know How der Tischler. Mittlerweile sind in Glückstadt zwölf Männer beschäftigt, die auch für große Möbelhäuser als Servicepartner Ausstellungsmontagen übernehmen.

Hinzu kommt: Christian Asmus und Knut Bunge erarbeiten Entwürfe für Designermöbel, die langlebig und qualitativ hochwertig sein sollen. In Serie gefertigt werden diese dann meist in Italien. Doch vorher werden die Einzelstücke in der Glückstädter Tischlerei gebaut und getestet.

Außerdem erfüllt das junge Unternehmen Extra-Wünsche für reiche Leute. So statteten sie jüngst eine Luxus-Villa in London mit Möbeln aus, gefertigt in Glückstadt. Darunter ein über fünf Meter langer Tisch für den VIP-Kunden, die Tischplatte allein wog 400 Kilogramm. Die Tischler fuhren selbst mit, um die Möbel dort aufzustellen. Möglich sind solche Bauten auch, weil Christian Asmus über hochmoderne Maschinen in seiner Halle verfügt.

Christian Käppner kam ins Team, weil er einige Jahre als Bordtischler auf einem Kreuzfahrtschiff arbeitete. "Ein Traumtischler", sagt Bunge über ihn und seine unschätzbaren Erfahrungen für die neue Firma.

Knut Bunge hat die geschäftlichen Verbindungen und pflegt die Geschäftskontakte. Dass er dafür auch in der Welt herumfliegen kann, verdankt er auch einer guten Mitarbeiterin in Itzehoe. Gesche Schulz kümmert sich vor Ort. "Weil ich sie habe, kann ich beruhigt auf Reisen gehen."

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