an einem tisch : Arbeit für den Sport – ohne Tabus

Einladung zum Mitmachen (v. l.): Christian Chmiel-Hill, Dr. Andreas Koeppen und Andreas Arndt.
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Einladung zum Mitmachen (v. l.): Christian Chmiel-Hill, Dr. Andreas Koeppen und Andreas Arndt.

Erste konkrete Ergebnisse aus der Gruppe für Sportentwicklungsplanung in Itzehoe: Umfrage zu Hallen und Stadien läuft an.

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17. Juni 2014, 11:45 Uhr

Sportanlage o.k.? Ein Aufkleber mit dieser Frage wird jetzt in den Hallen und Anlagen der Stadt angebracht. Er trägt zudem die Mailadresse sportanlagen@itzehoe.de, damit Anregungen direkt in der Verwaltung ankommen. „Das ist ein moderner Ansatz, den ich so noch nicht gesehen habe“, sagt Bürgermeister Dr. Andreas Koeppen. Denn was erst über Vereine und Hausmeister laufen müsse, sei zu aufwändig und bringe zu wenig Ergebnisse, sagt Christian Chmiel-Hill. Er leitet die Arbeitsgruppe zur Sportentwicklungsplanung und ist überzeugt: „Es müssen immer schnelle Erfolge zu sehen sein.“ Die Aufkleber-Initiative zählt dazu.

Allzuoft landen Gutachten in der Schublade. Das soll der Expertise zur Sportentwicklungsplanung nicht passieren, deshalb tagt regelmäßig eine 10- bis 15-köpfige Arbeitsgruppe. In ihr sind neben Verwaltung und Politik aus der Reihe der 36 Sportvereine einige vertreten, die unter unterschiedlichen Bedingungen arbeiten und so die Sportlandschaft repräsentieren sollen. Erfreulich dabei aus Sicht Koeppens und Chmiel-Hills: Alte Konflikte lösten sich auf, menschlich rücke man zusammen, auch unter den Vereinen – was gerade wegen der Größe des Sport-Club Itzehoe wichtig sei. „Für die Gemeinschaft ist das ein unglaublich wichtiger Effekt“, betont Koeppen. So gibt es nun einen Stammtisch des Sports, aus dem bereits die Idee für einen gemeinsamen Tag des Sports hervorgegangen ist.

Andreas Arndt, Leiter des Amtes für Bildung, wünscht sich zwar noch mehr kritische Meinungen, doch es sei wichtig, mehr mit- als übereinander zu reden. Denn das ist allen klar: Die Mitgliederzahlen werden sinken, die Frage nach der Nutzung einzelner Sportanlagen wird sich stellen. Koeppen: „Es ist gut, wenn man gemeinschaftliche Lösungen suchen kann, wenn einer in Not geraten ist.“ Anderenorts hätten sich Stadtsportbünde gebildet, die Mittel der Kommune verteilen und mehr Verantwortung übernehmen, ergänzt Arndt.

Die Arbeitsgruppe arbeite offen und konstruktiv und kenne keine Tabus, betonen alle drei. Das Thema Sportförderung wurde angesprochen, im nächsten Treffen soll der Itzehoer Tennisverein als Beispiel dienen, wie es einem Club mit eigener Anlage ergeht. Auch die Vergabe von Zeiten in Sportstätten wird behandelt. Angenehm überrascht stellt Arndt fest: Niemand verlange eine grundlegende Neuordnung. „Häufig sehen wir mehr Probleme, als wirklich da sind“, schließt Koeppen daraus.

Die Gutachter für die Sportentwicklungsplanung hatten zum engen Dialog mit den Vereinen geraten. Eine andere Empfehlung: Die Stadt solle als Bewegungsraum gepflegt werden. Das berücksichtige die Arbeitsgruppe und integriere manches, was parallel lief, sagt Koeppen. Kernfrage: „Wie gestaltet man eigentlich Stadt?“ Die Planungen für Verkehr, Radwege und Spielplätze zum Beispiel sollen auf dem Weg über den Sport zusammenlaufen. „Wir brauchen einfach auch Bewegungsstrecken“, sagt der Bürgermeister. Den Sportlern seien sie bekannt, bekräftigt Chmiel-Hill: „Ein nicht gehobener Schatz.“ So habe der SCI die Aufgabe übernommen, Laufstrecken aufzuzeigen. Wieder Koeppen: „Auch das beginnen wir immer mehr wertzuschätzen: Dass Vereine uns entlasten.“

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