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Norddeutsche Rundschau

15. Dezember 2017 | 19:27 Uhr

Hablik-Museum : Appelle bei der Finissage

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Ausstellung von Friedel Anderson beendet: Klare Aussagen von prominenten Gästen für das Wenzel-Hablik-Museum.

von
erstellt am 10.Nov.2014 | 12:00 Uhr

Seit wenigen Tagen ist Friedel Anderson 60 Jahre alt. So lud er gestern im Wenzel-Hablik-Museum zum Wein ein: Seine Ausstellung „Arbeiten auf Papier“ endete mit der Finissage. Von prominenten Gästen kamen viele lobende Worte für den Itzehoer Künstler – und Mahnungen für die kommunale Politik.

Die aktuelle Diskussion um das Museum erwähnte Harald Brommer, Vorsitzender der Wenzel-Hablik-Stiftung, nicht, sondern konzentrierte sich auf den Künstler: Diese Ausstellung sei nach der ersten großen AndersonSchau im Jahr 2005 lange angestrebt gewesen. Deutlich mehr als 1600 Besucher lockte sie in zwei Monaten an – „für uns ist das ein Rekord“, sagte Brommer und dankte dem Künstler: „Wir sind stolz darauf, dass du hier in der Stadt lebst und arbeitest.“

Eben das sei ein Beitrag zur Identifikation von Stadt und Kultur, sagte der frühere Landesmuseumsdirektor Professor Dr. Heinz Spielmann, trotz seines 84. Geburtstags aus Hamburg angereist. Eine ebensolche Bedeutung habe das Hablik-Museum in Stadt, Region und darüber hinaus. Die Stadt sei in der Verantwortung, „aber die wird zurzeit in etwas unverantwortlicher Weise wahrgenommen“.

Das findet Dr. Eberhard Schmidt-Elsaeßer auch: „Kultur ist nicht nur schmückendes Beiwerk, sondern etwas ganz Wesentliches für unsere Identität“, sagte der Kieler Kultur-Staatssekretär, der direkt von der Feier zum Jubiläum des Mauerfalls in Schwerin gekommen war. „Eine Region lebt davon, dass Künstler in ihr verankert sind“ – das gelte für Anderson ebenso wie für Wenzel Hablik. Er frage sich, wo dessen Werk gezeigt werden solle, wenn das Museum geschlossen werden müsse. Wichtig sei, dass dies dort geschehe, wo er gearbeitet habe. Die Politik vor Ort möge in sich gehen, sagte Schmidt-Elsaeßer. Das Land müsse sich um die großen Museen kümmern, habe aber Projektmittel und werde sich weiter über seine Kulturstiftung engagieren.

Auch Friedel Anderson stört der „leichtfertige Umgang“ mit dem Museum, die Ausstellung aber war „eine große Freude“, sagte er mit besonderem Dank an Museumsleiterin Katrin Maibaum. Sein Werk werde er weiterführen, ohne an die nächste solche Schau zu denken. Dabei gilt Spielmanns Einschätzung: „Friedel Anderson schaut genau hin auf die Welt.“ Und zwar mit Skepsis und mit Zustimmung.

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