Anwohner hoffen auf Tempolimit – vergebens

von
25. März 2017, 07:00 Uhr

Keiner hämmert, keiner ruft – „ich kann es manchmal gar nicht fassen“, sagt Ursula Voß. Gebaut wird vor ihrer Haustür nicht mehr, aber ruhig ist es deshalb noch lange nicht direkt an der Störbrücke: „Ich bin erstaunt über den Verkehr. Früher war es auch mal still am Sonnabend oder Sonntag. Jetzt nimmt es immer mehr zu.“

Die Verkehrsprognose war ein Grund für Neubau und Lückenschluss in der A  23. Von durchschnittlich 22  400 Fahrzeugen am Tag im Jahr 2000 steigt die Menge demnach bis 2020 auf 41  500 Fahrzeuge. „Der Verkehr ist Wahnsinn“, sagt Mario Keil. Es sei deutlich lauter geworden, bestätigt Nachbar Jürgen Tiedemann. „Das kommt davon, dass zu schnell gefahren wird.“ Die Anwohner wünschen sich eine Geschwindigkeitsbegrenzung – schließlich gebe es überall in Deutschland bei großen Bauwerken wie diesem ein Tempolimit, so Keil.

Doch daraus wird nichts: „Wir haben da keine Möglichkeit“, sagt Kai-Uwe Schacht, Leiter der Itzehoer Niederlassung des Landesbetriebs für Straßenbau und Verkehr. Auf einzelne Lärmmessungen könne sich die Behörde nicht stützen, sondern auf die Berechnungen, die auch dem Planfeststellungsbeschluss zugrunde lägen. Die Basis sei die Richtgeschwindigkeit 130, bei allen Fragen wie Windrichtung oder Fahrzeugmengen werde immer zugunsten des Anliegers kalkuliert. „Der dominierende Anteil des Lärms kommt vom Lkw“, sagt Schacht. Daher bringe ein Tempolimit nichts. Oft seien bei den Anwohnern sehr subjektive Empfindungen dabei, die Behörde müsse die Grenzwerte einhalten. „Das machen wir auch – aber es ist nicht mucksmäuschenstill.“

zur Startseite
Karte

Kommentare

Leserkommentare anzeigen