Anwohner fürchten Rattenplage

pedkarl-heinzconson

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24. Juli 2014, 12:00 Uhr

Sie leben in Abwasserkanälen, in Erdhöhlen und oft genug auch in Häusern: Ratten. Sie gelten als Überträger von Krankheiten und Seuchen. In allen Städten, Gemeinden und Dörfern tritt immer wieder mal eine vermehrte Population dieser Nagetiere auf, besonders dort, wo sie Zugriff auf organische Abfälle haben. So ist das Problem auch im Luftkurort bekannt. In jüngster Zeit kamen vor allem Beschwerden aus dem Bereich der Buchholzer Straße und den angrenzenden Straßen beim Ordnungsamt in Burg zur Sprache.

„Unsere Grundstücke grenzen an ein seit langem leer stehendes Haus, in dem es nur so von Ratten wimmelt. Mittlerweile laufen sie auch über unsere Grundstücke, dringen sogar teilweise bis in unsere Häuser vor“, berichten Anwohner. Gerade Leerstände sind eine wahre Fundgrube für Ratten. Ungestört können sie in den Häusern leben. Geht ihnen das Futter aus, weichen sie auf Komposthaufen der Nachbargrundstücke aus. In Burg gibt es einige Häuser, die seit Jahren nicht bewohnt werden, um die sich die Eigentümer zum Teil auch gar nicht kümmern. Ratten finden dort optimale Lebensbedingungen, weil sie sich ungestört vermehren können.

Karl-Heinz Conson vom Burger Ordnungsamt hat nun schriftlich angeordnet, dass die Anwohner des gemeldeten Hauses und dessen Eigentümer Giftköder auslegen müssen. Denn verantwortlich für die Bekämpfung sei in jedem Fall der Eigentümer der betroffen Häuser oder Grundstücke. Zudem sei ein auffälliger Hinweis mit der Warnung vor den Giftködern gefordert. Conson: „Zeitgleich werden wir durch die Gemeinde Köder auch in der Kanalisation ausbringen und hoffen, dass dann in kurzer Zeit die Population sinkt.“

Eine extreme Plage durch die Nager sieht Conson zurzeit allerdings nicht. „Ratten gibt es immer, und momentan ist uns nicht bekannt, dass es in Burg ein besonders hohes Vorkommen gibt.“

Giftköder sind im Fachhandel oder in Apotheken erhältlich. Kammerjäger Ernst-Adolf Friedrichsen aus Heide betont: „Legt man die Köder fachgerecht aus, besteht keine Gefahr für Menschen oder Haustiere.“ Und weiter: „Wer Bedenken hat, dass durch die Köder Hund oder Katze vergiftet werden, den kann ich beruhigen. Eine Sekundärvergiftung ist bei den heutigen Ködern fast ausgeschlossen.“ Allein durch das Erlegen einer Ratte vergifte sich ein Haustier nicht. Die Gefahr einer extremen Rattenplage bei einer Weigerung Gift auszulegen sei dagegen erheblich höher.

Als wichtig erachtet Friedrichsen auch die Vorsorge. „Organische Abfälle sollten so beseitigt werden, dass Ratten dazu keinen Zugang bekommen. Küchenabfälle, insbesondere Essensreste, sollten nicht auf dem Komposthaufen oder womöglich über das Abwasser entsorgt werden.“ Ein vorschriftsmäßig angelegter Komposthaufen biete Ratten keine Nahrung. Die Biotonne sei ebenfalls eine gute Alternative.

Dagegen bedeuteten leer stehende Häuser, die weder bewirtschaftet noch beheizt werden, Sperrmüllhaufen oder unaufgeräumte Schuppen und Garagen gute Unterschlupfmöglichkeiten für die Nager, in denen sie sich unkontrolliert vermehren können.

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