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Platz für Gäste : Anwohner-Autos raus aus dem Zentrum

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Vorschlag der Stadtverwaltung sieht mehr Parkplätze für Gäste in Glückstadt vor. Politiker sind skeptisch: „Besucher können ruhig ein bisschen laufen.“

von
erstellt am 11.Dez.2013 | 17:00 Uhr

Es ist ein alter Hut und sorgt doch immer neu für Diskussionen: das Parken im Glückstädter Zentrum. Ein Vorschlag der Stadtverwaltung, das freie Parken für Bewohner am Markt und am Fleth abzuschaffen, stieß bei den Mitgliedern des Bauausschusses auf wenig Begeisterung. Sie vertagten einen Beschluss, in der nächsten Sitzung wird erneut verhandelt.

Laut einem Vorschlag der Stadtverwaltung wäre das Parken am Markt und am Fleth demnächst nur noch mit Parkschein möglich – auch für Anwohner. Diese können bislang mit einem Parkausweis ihr Auto kostenlos abstellen. 54 solcher Ausweise für Anwohner am Fleth sind im Umlauf, neun für Anwohner am Markt, 16 für Anwohner in der Großen Kremper Straße und 14 für Mitarbeiter der Diakonie in der Großen Nübelstraße. Hinzu kommen weitere Ausweise für die Anwohner der Seitenstraßen des Fleths.

Eine Recherche unserer Zeitung ergab, dass an einem Mittwochvormittag um 11 Uhr von 88 parkenden Autos am Markt und am Fleth, 46 einen Parkschein gelöst hatten und 42 mit Bewohnerausweis parkten. Dabei standen am Markt überwiegend die Autos mit Parkschein, am Fleth dagegen überwiegend Anwohner.

Die Stadtverwaltung möchte mehr Parkflächen für Besucher und Gäste schaffen. Denn die brächten schließlich den Umsatz für die Geschäfte. Es sei das Ziel, „eine höhere Umschlagshäufigkeit für den Einzelhandel und damit das Parken Vieler zu erreichen“. Weniger Sonderrechte für Anwohner würden sich „positiv auf die Geschäftsentwicklung in der Innenstadt auswirken“. Schon im Jahr 2008 habe es eine Initiative von Einzelhändlern gegeben, die sich gegen das Bewohnerparken am Markt ausgesprochen habe.

Paul Roloff (SPD), Bürgervorsteher und Anwohner in der Schlachterstraße, hält eine Änderung des Parkkonzeptes nicht für sinnvoll. „Wir haben rund um den Stadtkern genügend Parkplätze“, sagt er und meint die Flächen am Güterbahnhof und an der Feuerwache. Besucher könnten für Einkäufe ruhig ein bisschen laufen, das funktioniere zum Beispiel in Eckernförde oder Elmshorn auch. Denn am Ende wüssten die Anwohner nicht wohin mit ihren Autos.

Die Stadtverwaltung sieht dafür die Lösung vor, die Parkscheibenpflicht in den Seitenstraßen auszudehnen. Bisher reicht sie vom Fleth bis einschließlich zur Reichenstraße. Fortan sollten die Namenlose Straße, Groß Neuwerk und der hintere Abschnitt der Königstraße mit einbezogen werden. Dort würden dann weniger Gäste oder Dauerparker stehen und Anwohner könnten in dem gesamten Bereich mit Ausweis frei parken. Paul Roloff sieht da jedoch die nächste Gefahr: Noch mehr Anwohner müssten einen Parkausweis erhalten und würden sich am Ende in den Seitenstraßen gegenseitig blockieren.

Auch die anderen Fraktionen zeigten sich zurückhaltend. Krafft-Erik Rohleder (CDU) schlug vor: „Wir können es ja mit dem Marktplatz versuchen und lassen vom Fleth erstmal die Finger.“ Ein Beschluss könnte in der nächsten Sitzung des Bauausschusses am 14. Januar fallen.

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