Itzehoe : Anwalt kämpft gegen Stolperfalle

'Achtung! Stolpergefahr': Klaus Schneider beim Anbringen der Warnschilder. Foto: Müller-Tischer
"Achtung! Stolpergefahr": Klaus Schneider beim Anbringen der Warnschilder. Foto: Müller-Tischer

Die Feldschmiede in Itzehoe soll eine barrierefreie Fußgängerzone sein - aber eine Kante am Natursteinband ist vor allem für ältere Leute gefährlich.

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25. November 2012, 02:50 Uhr

Itzehoe | Morgens am neuen Platz Ecke Feldschmiede/Kirchenstraße: Ein Mann bringt vier Schilder Marke Eigenbau an. "Achtung! Stolpergefahr!" steht darauf. So will Rechtsanwalt Klaus Schneider auf die seiner Ansicht gefährliche Kante am Natursteinband aufmerksam machen.
"Die Fußgängerzone ist sehr schön geworden, sie gefällt mir ausgezeichnet", sagt der Jurist. Aber als er sie sich Anfang der Woche angesehen habe, habe sich gerade eine ältere Frau beschwert, dass sie über die grauen Steine im roten Pflaster gestolpert sei. "Völlig entsetzt" sei er beim Blick auf die herausragende Kante gewesen, erklärt Schneider: "Eine gefährliche Stolperstelle zumindest für ältere Leute." Ständig passiere etwas, erfuhr er. Das bestätigten Anlieger auch unserer Zeitung. Eine ältere Dame sei schon heftiger gestürzt, hieß es.

"Kein großer Gefahrenpunkt"

Mehrere Stellen bei der Stadt sprach Schneider an und wartete - aus der Kanzlei in der Viktoriastraße kann der Anwalt direkt auf den Platz schauen. Dann habe er selbst schwarz-gelbes Klebeband im Baumarkt gekauft, es habe sich aber nicht aufkleben lassen. Sogar in der Straßenmeisterei fragte er nach. Doch helfen konnte man ihm nicht, und der Jurist wollte sich ohnehin nicht mit einem fest aufgebrachten gelben Band der Sachbeschädigung schuldig machen. Deshalb die Warnzettel. Noch während er sie angebracht habe, sei ein Mädchen gestolpert, so der 55-Jährige.
Die Situation werde weiter geprüft, sagt Bodo Schmedtje, Leiter der städtischen Tiefbauabteilung, und erklärt das Konzept: Barrierefrei solle die Feldschmiede sein, deshalb die abgeflachte Kante. Doch unter den Bänken - deren Holzauflagen übrigens vor Weihnachten noch kommen sollen - habe eine drei Zentimeter hohe Kante sein müssen, damit Sehbehinderte nicht dagegen laufen. Der Absatz neben den Bänken sei der Kompromiss für den Übergang. Auf der linken und auf der rechten Seite sei genug Platz, um ebenerdig vorbeizukommen, "man muss ja nicht direkt an der Bank vorbeigehen", so Schmedtje. Um das zu verdeutlichen, könnten Mülleimer aufgestellt werden, doch letztlich stellt er fest: "Ich beurteile das nicht als so großen Gefahrenpunkt."
Jurist Schneider dagegen ist sicher, dass ein Verstoß gegen die Verkehrs sicherungspflicht vorliegt. Ihm sei es bei seiner Aktion in erster Linie um die älteren Mitbürger gegangen: "Da kann man nicht warten, dass sich jemand die Knochen bricht."

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