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Norddeutsche Rundschau

17. Dezember 2017 | 11:41 Uhr

Neubau : Antwort auf demografischen Wandel

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Konzept „Wohnen plus“ des Wohnungsunternehmens Dithmarschen: Neubau in der Schleusenstadt berücksichtigt besondere Bedürfnisse Älterer.

shz.de von
erstellt am 22.Jan.2014 | 11:50 Uhr

Das Wohnungsunternehmen Dithmarschen eG ist mit Recht stolz: „Wir haben den Kostenrahmen von 3,3 Millionen Euro, den Fertigstellungstermin und die ursprünglich kalkulierte Miete von 8,50 Euro pro Quadratmeter eingehalten.“ Das stellte der Vorstandsvorsitzende des Unternehmens, Holger Timm, beim Einzug der 21 Mieter in den Neubau Posadowskystraße 4 in Brunsbüttel fest. 14 Monate nach der Grundsteinlegung Anfang November 2012 konnten jetzt die Wohnungen bezogen werden.

Timm war mit seiner Auffassung einer Meinung mit seinen Vorstandskollegen, dem verantwortlichen Architekten Ole Ott und Bürgermeister Stefan Mohrdieck, die sich bei einem Rundgang beeindruckt von dem Neubau zeigten. Er verdiene mit Recht die Bezeichnung „Wohnen Plus“, denn den Mietern würden zahlreiche Extras geboten.

„Wohnen Plus ist mehr als nur Wohnen. Es ist eine Antwort auf den demografischen Wandel in der Gesellschaft“, betonte Dorothee Hunfeld. Sie ist Vorsitzende der Stiftung Mensch, eines der größten Sozialunternehmen des Landes mit über 1000 Arbeitsplätzen für Menschen mit und ohne Behinderung. Die Stiftung hat im Erdgeschoss des Hauses einen ambulanten Pflegedienst platziert, der bei Bedarf für die Betreuung von Bewohnern des Neubaus ebenso wie des gesamten Quartiers in Anspruch genommen werden kann. In unmittelbarem Bereich des Wohnquartiers verfügt allein das Wohnungsunternehmen Dithmarschen über rund 400 Wohnungen, weitere 700 auf der „Kippe“ und auf der Moor’schen Weide. Von allen ist das neue Gebäude in der Posadowskystraße bequem fußläufig zu erreichen.

Dort ist mit einem Wohncafé ebenfalls unter der Trägerschaft der Stiftung Mensch ein Treffpunkt nicht nur für die Bewohner des Neubaus, sondern auch für alle Bewohner der näheren Umgebung eingerichtet worden als Ort zum Klönen, gemeinsamen Kochen oder für andere Aktivitäten. Austausch und Miteinander sind das Ziel, um gemeinsam aktiv zu werden und es möglichst lange zu bleiben.

Das innovative Wohnprojekt des Wohnungsunternehmens und der Stiftung hat Pilotcharakter für das Wohnen von jungen Familien bis hin zu den Senioren. „Wir sammeln Erfahrungen“, sagte Vorstandschef Timm, der allerdings zugab, dass dort vorwiegend ältere Menschen eingezogen seien. Er schloss nicht aus, dass eines Tages ein zweites, ähnliches Projekt angepackt werden könnte. Der Bedarf sei da. Das habe die Nachfrage nach den dort geschaffenen 21 Wohnungen zwischen 45 und 98 Quadratmetern bestätigt. „Wir hätten auf Anhieb nochmal dieselbe Anzahl von Wohnungen belegen können“, sagte Holger Timm. Inzwischen gäbe es eine umfangreiche Warteliste von Interessenten.

Als einer der Mieter freute sich der 74-jährige Helmut Börensen. Der ehemalige Postler war 40 Jahre lang Vorsitzender des FC Averlak. „Die Jugendarbeit lag mir besonders am Herzen“, erzählte er. In der Posadowskystraße habe er für den Lebensabend eine Wohnung gefunden, „in der alles so ist, wie ich es immer haben wollte“.

Ein Plus in dem dreigeschossigen Wohnhaus mit zusätzlichem Staffelgeschoss ist eine Gästewohnung, in der bis zu drei Personen Unterkunft finden können. Familien aus dem gesamten Quartier können dort Angehörige oder Gäste, die zu Besuch kommen, gegen geringes Entgelt einquartieren.

Architekt Ole Ott stellte den Neubau mit seinem lichtdurchfluteten Atrium, einem weiteren Treppenhaus, Fahrstuhl und Laubengängen vor, Neben dem Haupteingang ist ein Abstellraum für Fahrräder, Rollatoren oder Kinderwagen geschaffen worden, „damit nicht jeder diese Fahrzeuge im Hausflur abstellt“. In einer rundum angebrachten Kabelleiste können abschließbare Steckdosen als „Tankstelle“ für Elektrofahrräder zur Verfügung gestellt werden, die dem Stromzähler des jeweiligen Mieters zugeschaltet werden.

„Dieses Projekt ist von großer Bedeutung für das Wohnungsunternehmen, für die Stiftung und für die Stadt Brunsbüttel. Dort könnten die Menschen wohnen und leben – auch dann noch, wenn sie auf Pflege angewiesen sein sollten. Alle Wohnungen sind für diese Fälle vorbereitet mit breiten Türen, unterfahrbaren Küchenarbeitsplatten und Waschbecken und ebenerdigen Duschen in den Bädern. Anstelle von Schlüsseln werden die Wohnungs- und Eingangstüren mit einem modernen Chipsystem ausgestattet. Für wohlige Wärme in den Wohnungen und Warmwasser sorgt eine leistungsstarke Heizungsanlage, die automatisch mit Holzpellets gefüttert wird. Für die Vorratslagerung wurde im Außengelände eine riesige Kunststoffkugel im Erdboden versenkt, die mit bis zu 15 Kubikmeter Pellets gefüllt werden kann.


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