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Außenhafen : Anti-Terror-Zaun: Ärger an der Mole

vom
Aus der Redaktion der Glückstädter Fortuna

Spaziergänger in Glückstadt beklagen schlechten Zugang zur Elbe. Laut Hafenbetreiber steht neue Absperrung nur vorübergehend.

von
erstellt am 15.Okt.2014 | 05:00 Uhr

Groß war die Aufregung unter den Hafenbesuchern als am Montagnachmittag Handwerker mit der Errichtung eines grünen Metallzaunes auf der Nordermole des Außenhafens begannen. Der Zaun, der parallel zur Mole zwischen der Gastwirtschaft Sunset und den Wohnmobilplätzen verläuft, sperrt, so der äußere Anschein, etwa die Hälfte des Molenbereichs für den Publikumsverkehr. Im Zugangsbereich zum Molenkopf schließt er mit den auf Betonsockeln aufgestellten Findlingen ab. Vor allem das sorgt bei Glückstädter Bürgern für Ärger und Unverständnis. Sie meinen, dass der Molenkopf nun für ältere Menschen nicht mehr sicher erreichbar sei.

Vom einem „echten Schildbürgerstreich“ war die Rede unter den Passanten. „Ich kann das nicht verstehen“, sagt Herbert Hammann. Der 79-jährige Glückstädter kommt fast jeden Tag zur Mole, um auf die Elbe zu schauen und Bekannte zu treffen. „Man glaubt gar nicht, wie viel hier los ist“, berichtet Hammann. „Nicht nur viele Touristen kommen her, sondern auch viele Glückstädter.“ Nicht wenige ältere Menschen seien auf einen Rollator oder einen Rollstuhl angewiesen oder einfach schlecht zu Fuß. „Wenn der Zaun so bleibt, muss man zwischen den Findlingen durch, um zum Wasser zu kommen. Für Rollatoren sind die Durchgänge zu eng und der Boden ist uneben“, beklagt Hammann. „Im Sommer ist es zugewachsen und im Winter rutschig.“ Auch Eltern oder Großeltern mit Kinderwagen- und Karren könnten nun nicht mehr durch.

„Niemand muss dort vorne mit dem Auto hinfahren, aber ein Durchgang sollte schon möglich sein“, so Hammann. „Jetzt kommt hier jedenfalls keiner mehr vernünftig durch“, pflichtet ihm Reiner Ohlfest zu, der ebenfalls oft die Mole besucht.

Das dürfte sich nach Recherchen unserer Zeitung in Kürze aber wieder ändern. „Der Zaun ist notwendig, um einen vorschriftsmäßigen Schiffsverkehr zu gewährleisten“, erklärt Hermut Götze, der sich beim zuständigen Landesbetrieb für Küstenschutz um den Glückstädter Hafen kümmert. „Wir haben da wenig Spielraum. Es ist eine internationale Vorschrift, dass der Zugang zu Schiffen auf internationaler Fahrt kontrolliert sein muss. Grund ist die Gefährdung durch Terroristen, aber auch die Verhinderung von Schmuggel.“ Dies sei nur durch einen Zaun oder ein Wachschutzunternehmen, das ständig mit Personal vor Ort präsent wäre, zu gewährleisten. „Alternativ könnte man nur sagen: Wir nehmen hier gar keine Seeschiffe mehr.“ Dies sei aber nicht Ziel des Landesbetriebes.

Als Pächter des Außenhafens ist der Betreiber Brunsbüttel Ports daher verpflichtet, eine Zaunanlage zu unterhalten, wenn international fahrende Schiffe, wie aktuell der Frachter Kappeln, im Außenhafen festmachen. „Wir erneuern im Moment die Zaunanlage“, erklärt Hafenkapitän Lars Sell von Brunsbüttel Ports. „Ein Teil des Zaunes wird aber nur kurzfristig stehen, und dann wieder abgebaut.“ Er solle nur bei Bedarf aufgestellt werden, wenn dort Schiffe liegen. Laut Sell muss auch der flexible Teil des Zaunes aus zwei Gründen vorerst aufgebaut werden: Zum einen müssten die Maße angepasst werden. Zum anderen muss die Anlage behördlich abgenommen werden. „Wir bekommen keine Zertifizierung, wenn der Zaun nicht steht“, so Sell. Danach wird der elbseitige Teil, an dem sich der Ärger entzündet hat, wieder abgebaut. „Wir stellen diesen Teil nur auf, wenn wir ihn wirklich brauchen – auch damit Passanten ungehindert bis zum Wasser durchkommen.“

Sell betont, dass sich Brunsbüttel Ports als Pächter des Außenhafens viel Mühe gebe, auch den Wünschen der privaten Hafenbesucher entgegenzukommen: „Wir hätten auch den gesamten Bereich ab der Gaststätte sperren können. Das wäre für uns sogar günstiger geworden. Aber das möchten wir nicht, und werden es auch in Zukunft nicht tun.“

Dass der Zaun so dicht an die Findlinge heranreicht, war ohnehin nicht geplant. „Da gab es wohl ein Kommunikationsproblem mit der ausführenden Firma. Das wird schon bald geändert“, verspricht Hermut Götze. Wenn in Zukunft Bedarf für den Zaun nahe des Molenkopfes bestehe, werde genug Platz für Besucher bleiben – auch mit Rollator und Kinderwagen.

 

 

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