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Norddeutsche Rundschau

23. Oktober 2017 | 06:47 Uhr

Ansturm auf das Itze-Cool-Camp

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

von
erstellt am 30.Jan.2014 | 05:00 Uhr

Es gilt das Windhundprinzip. Die Plätze für die Sommerferien-Angebote der Stadt werden nach der Reihenfolge der Anmeldungen vergeben. Beim neuen
Itze-Cool-Camp im Freibad dauerte dies nicht einmal einen Tag. Das sorgt für Ärger und Unverständnis.

Am Morgen des ersten Anmeldetages standen Dutzende Eltern vor dem Rathaus. Am Nachmittag meldete das Kinder- und Jugendbüro: Die 70 Plätze im Itze-Cool-Camp, das in diesem Jahr an Stelle des Ton-Cool-Camps stattfindet, sind ausgebucht. Viele, die erst nach der Arbeit kommen konnten, machten lange Gesichter, sagt Tatjana Spillner. Die 44-Jährige ist eine davon, ihr Sohn Aaron (10) ging leer aus. „Jetzt ist diese Platzvergabe schon genau eine solche Hetzjagd wie für die Plätze im alljährlichen Ferienprogramm vom Ferienpass.“ Als arbeitende Mutter sei sie, wie viele andere, auf solche Angebote angewiesen. „Pech gehabt.“ Das gelte noch mehr für auswärtige Eltern und Kinder, die sich erst ab Ende Januar anmelden dürfen. Aaron landete auf der Warteliste.

Das bedauere er, sagt Carsten Roeder vom Kinder- und Jugendbüro. „Diese enorme Nachfrage hat uns selbst vollständig überrascht.“ Das Camp sei immer gefragt gewesen, aber es habe selbst im Februar noch Plätze gegeben. Roeder betont aber: Das Angebot sei wie die Freizeit in St. Peter-Ording in erster Linie eine Ferienaktion für Kinder, keine Betreuung als Unterstützung für berufstätige Eltern. Die Möglichkeiten seien begrenzt durch die Menge an Geld und Betreuungskräften, einen Anspruch gebe es nicht. „Insofern hat auf unserer Seite sicher keine Fehlplanung stattgefunden.“ Tatjana Spillner versteht das – aber die meisten Eltern nutzten es als Betreuung. „Die müssen jetzt irgendwie sehen, wie sie die sechs Wochen im Sommer überbrückt kriegen.“ Sie selbst sei als Praxismanagerin noch in der Lage, flexibel zu arbeiten: „Das Glück hat natürlich nicht jeder.“

Dass Roeder als Alternative die Freizeit in St. Peter anbot, hilft der Itzehoerin nicht: „Das kommt für meinen Sohn nicht in Frage.“ Für die Stadt sei es auch durchaus lukrativ, nun Plätze in dem teureren Freizeitvergnügen loszuwerden. Doch Roeder nannte auch weitere Möglichkeiten: Zum einen die Stadtranderholung der Arbeiterwohlfahrt, die zwar eigentlich nur für Kinder bis neun gedacht ist, aber er könne sich vorstellen, dass dort auch Zehnjährige einen Platz finden. Zum anderen die Betreuung an der Grundschule Sude-West, die auch anderen Kindern offen stehe.

Schließlich kündigte Roeder den Versuch an, für das Itze-Cool-Camp mehr Betreuungskräfte zu finden, damit mehr Kinder aufgenommen werden könnten, nämlich 100. Versprechen könne er aber nichts: „Es ist abhängig davon, wie viele Menschen bereit sind, ehrenamtlich in ihrer Freizeit die Kinder zu betreuen.“ Zudem bereinige sich die Warteliste erfahrungsgemäß noch selbst, indem zum Beispiel angemeldete Kinder doch noch in den Urlaub fahren. „Ich hoffe, dass wir alle noch unterkriegen.“ Darauf setzt auch Tatjana Spillner: „Ich bin sicherlich schon vorgerückt mit meinem Aaron.“

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