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Norddeutsche Rundschau

24. Oktober 2017 | 08:30 Uhr

Uwe Paduck : Ansturm auf Aquarelle

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Der Künstler präsentiert seine Bilder von Landschaften, Häuserzeilen und Booten im Glückstädter Detlefsen-Museum.

„Unsere Punkte sind aus!“ Um bereits verkaufte Werke zu markieren, musste Christian Boldt, Direktor des Detlefsen-Museums, jetzt bei der Ausstellungseröffnung auf rote Kreise zurückgreifen. Viele waren gekommen, auch etliche Freunde und Fans des Malers Uwe Paduck, so dass Boldt vor vollem Saal in die Ausstellung einführte.

Boldt äußerte sich erfreut über den ungewöhnlichen Umstand, diesmal einen lebenden Künstler zu präsentieren. „Allerdings“, so der Kunsthistoriker schmunzelnd weiter, „habe ich schnell gemerkt, dass lebende Künstler bei Fragen nach der Bildinterpretation genauso auskunftsfreudig sind wie Tote!“ Da mag – für diejenigen, die die Eröffnung verpassten – auch der zur Ausstellung erschienene Katalog Abhilfe schaffen, der mit zahlreichen Abbildungen, der Vita und einem Fachtext von Museumsleiter Boldt versehen ist.

Uwe Paduck ist im Erstberuf gelernter Schriftsetzer. 1968, mit 22 Jahren, hört er auf sein Herz, kündigt seinen Job und beginnt, in Hamburg an der Hochschule für Bildende Künste Malerei zu studieren. Das nötige Geld verdient er nebenbei als Setzer.

Dass er sich und seine Leidenschaft ernst nimmt, beweist er auch, als er 2006 mit seinem Atelier aus einem unbeheizten ehemaligen Bootshaus der Marine an der Rhin umzieht in ein neu erbautes Lärchenholzhaus. Das Atelier hat 21 Quadratmeter Grundfläche und befindet sich auf seinem Grundstück. Dort sind auch die Bilder der aktuellen Ausstellung entstanden.

Nachdem Paduck 2008 im Detlefsen-Museum ausstellte und 2015 im Palais für aktuelle Kunst Landschaften zeigte, präsentiert er jetzt seine Aquarelle. Auf 43 Blättern sind Landschaften, Hausformationen und Boote zu sehen. Bäume schieben sich vor grüne Knicks. Überall in den Werken sind Spuren von Menschen zu finden: Natur- und Kulturlandschaft nebeneinander.

Einige der Exponate verblüffen durch ihre intensive Farbigkeit. Die meisten und auch die aktuellsten Aquarelle malte Paduck aber fast monochrom, in kaum ausgeprägten Braun- und Grüntönen. Die Umrisse verschwimmen wie im Nebel, sind schwer zu erfassen. Das ist Absicht. „Ich habe die Farben und auch die Motive zurückgenommen, um den Bildern mehr Sinnlichkeit zu geben.“

Statt der realen Formen geht es dem Maler um Erscheinungen, um das Wesenhafte und um die größere Möglichkeit für den Betrachter, sich selbst in den Bildern wiederzufinden. Und Uwe Paduck muss malen. Was passiert sonst? „Ich bekomme schlechte Laune!“ Malen sei für ihn stabilisierend. „Ich bleibe dadurch fröhlich.“

Seine Fans sind angetan. Eine Museumsmitarbeiterin hat sich auch schon ein Bild ausgesucht. Und bis zum Ausstellungsende wird das Museum sicher weitere Bilder als verkauft markieren, dann aber wieder mit den richtigen roten Punkten.

> Die Ausstellung „Aquarelle“ von Uwe Paduck zeigt das Detlefsen-Museum im Brockdorff-Palais, Am Fleth 43, noch bis zum 13. November. Öffnungszeiten: Mittwoch 14 bis 17 Uhr/ab September 14 bis 18 Uhr, Donnerstag-Sonnabend 14 bis 18 Uhr und Sonntag 14 bis17 Uhr.

Weitere Informationen im Internet unter www. detlefsen-museum.de.

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