Anspruch auf Miteinander

shz.de von
10. Juli 2015, 10:43 Uhr

Das Schöne am Landleben ist doch: Man kennt sich, man redet miteinander, man hilft sich gegenseitig. Und wenn der Haussegen in der Nachbarschaft doch mal schief hängt, lässt sich das auch noch verkraften. Ist aber der Dorffrieden komplett zerstört, sind die Narben auch nach einer Generation noch zu sehen. Natürlich kann niemand einem Landbesitzer vorwerfen, wenn er alle zulässigen Möglichkeiten, die sich ihm bieten, ausschöpft. So wie man niemandem den Mund verbieten darf, der sich darüber aufregt. Und jetzt kommt die Politik ins Spiel. Sie muss Rahmenbedingungen schaffen, damit Dinge nicht einseitig zu Lasten ganzer Bevölkerungsgruppen geschehen. Den grundgesetzlichen Anspruch auf eine grüne Idylle gibt es nicht. Den Anspruch auf eine hemmungslose Ausbeutung aller auch noch so umweltfreundlichen Ressourcen aber auch nicht. Wohl aber den für alle geltenden Anspruch auf ein gedeihliches Miteinander.

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