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Norddeutsche Rundschau

20. August 2017 | 08:12 Uhr

Bahnverkehr : Anschluss an die Metropolregion

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Kellinghusener Sozialdemokraten sind weiter für den Beitritt zum Hamburger Verkehrsverbund. Die Kosten müssten zügig ermittelt werden, fordern sie.

Die SPD kämpft weiter für einen Beitritt zum HVV. Wenn der Kreis nicht wolle, müsse eben auf kommunaler Ebene gehandelt werden, setzen sich Ute Burkhard, Reinhard Rübner, Regina Nürnberg und Erich Dorow für das langjährige SPD-Anliegen ein. Das Amt Kellinghusen sowie dessen Bürgermeister sollten zügig Kontakt mit dem Hamburger Verkehrsverbund aufnehmen, fordern sie. „Gleichzeitig muss eine Kostenermittlung für Einzellösungen erfolgen“, erklärt SPD-Vorstand Erich Dorow.

Als Vertreter im ÖPNV-Zweckverband erlebte er in der jüngsten Versammlung mit, wie Verbandsvorsteher Rainer Naudiet (SPD) das Aus für den HVV-Beitritt des Kreises verkündete. Der prompte Rückzug erfolgte aufgrund eines ablehnenden Schreibens aus dem Wirtschaftsministeriums, welches inzwischen aber keine Gültigkeit mehr hat. Das kategorische Nein des Landes für eine Ausweitung des HVV auf das Kreisgebiet war schon tags darauf Makulatur. Der Kreis oder Mitgliedskommunen im Zweckverband Öffentlicher Personennahverkehr (ÖPNV) könnten bei Kostenübernahme dem HVV sehr wohl beitreten, heißt es nun von Landesseite (wir berichteten).

„In der ÖPNV-Sitzung wurde vom Vorsteher sehr schnell das Ende der Diskussion erklärt“, moniert Dorow. Da nun die Möglichkeit bestehe, auch auf Ortsebene Gespräche mit dem HVV zu führen, sollten die Stadt und die Amtsgemeinden diese Chance zügig nutzen. „Wir fordern das Amt und die Bürgermeister auf, Kontakt aufzunehmen und eine Kostenermittlung für Einzellösungen wie Wrist, Brokstedt und den zukünftigen Bahnhof Kellinghusen anzustellen“, erklärt Ute Burkhard. Denn warum sollte in der Region nicht funktionieren, was Kreise und einzelne Gemeinden rund um Hamburg bereits vorgemacht haben, fragen die Sozialdemokraten. Ihrer Meinung nach würde ein HVV-Beitritt für das Leben vor Ort beträchtliche Vorteile bringen. Als Beispiel nennen sie die Themen Landflucht und alternde Gesellschaft. „In beiden Punkten könnte durch eine HVV-Zugehörigkeit gegengesteuert werden“, hebt Nürnberg heraus. Statt wie gebannt das Schreckgespenst des demografischen Wandels zu fixieren, sollte lieber alles daran gesetzt werden, den Nachwuchs vor Ort zu halten und einen Anreiz für den Zuzug junger Familien zu bieten.

Da im HVV auch Semestertickets gelten, könne sogar studentisches Wohnen in der Störstadt attraktiv sein. „Ein gut funktionierender ÖPNV als elementarer Bestandteil der Metropolregion Hamburg ist der Schlüssel für mehr Leben auf dem Land,“ fasst Dorow zusammen. Statistiken belegten, der Löwen-Anteil der Pendler-Bewegungen gehe in südliche Richtung: „Rund 80 Prozent nach Pinneberg/Hamburg, nur 20 Prozent nach Kiel.“ Die SPD-Vertreter hoffen, dass auch Glückstadt mit im Boot ist, damit sinnvoller Weise die HVV-Angelegenheit gemeinsam vorangetrieben werden könne. Vor dem Hintergrund eines knappen und teuren Wohnraumangebots sollte umgekehrt auch im Stadtstaat Hamburg Interesse an einem funktionierenden Pendelverkehr seiner Arbeitskräfte ins Umland bestehen. „Wir sind sicher, dass sich die Kosten für den HVV-Beitritt schnell amortisieren“, sagt Rübner. „Deshalb wollen wir unsere Politiker aufrütteln“, ergänzt Burkhard. Aufgrund der Aussage des Landes seien nun alle Verantwortlichen im Amtsbereich aufgefordert, der HVV-Sache nachzugehen.

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