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Lebensmittel-Tafel : Anlaufstelle für 592 Menschen

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Menschen mit Minimaleinkommen entlastet die Tafel beim Einkauf von Lebensmiteln. In Glückstadt werden so 592 Bürger versorgt. Ein Drittel sind Kinder.

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erstellt am 25.Mai.2014 | 16:00 Uhr

Unter dem Motto „Teller statt Tonne“ bat die Glückstädter Tafel am Donnerstag zum „Last Dinner“ in die Königsberger Straße 25a. Gezeigt werden sollte einerseits, wie viele Lebensmittel täglich weggeworfen werden, obwohl sie nicht verdorben sind. Andererseits wollten Arbeiterwohlfahrt (AWO) und Hoelp die umgebaute Tafel in den Räumen des Sozialkaufhauses vorstellen.

Bedarf besteht in Glückstadt durchaus, machte Tafel-Koordinator Horst-Günter Scheer deutlich. 325 Berechtigungsausweise für Menschen mit Minimaleinkommen wurden ausgegeben. Dahinter, so Scheer, stünden insgesamt 592 Glückstädter, die sich für jeweils zwei Euro in der Tafel Lebensmittel kaufen dürfen. Beinahe ein Drittel von ihnen sind Kinder.

„Wir sind kein Vollversorger“, betont Scheer, „wir können nur ausgeben, was wir gespendet bekommen.“ Der Einzelhandel stellt ausgemusterte Lebensmittel ebenso zur Verfügung wie Landwirte. Als „Abfall“ deklariert werden im Handel Produkte, die das Mindesthaltbarkeitsdatum erreicht haben. Das, so Scheer, bedeute aber nicht automatisch, dass diese Erzeugnisse dann nicht mehr zum Verzehr geeignet seien. Lediglich der Gesetzgeber zwinge dann zur Entsorgung. „100 Kilo essbare Lebensmittel wandern pro Haushalt im Jahr auf den Müll“, umreißt Scheer die Folge des längst umstrittenen Mindesthaltbarkeitsdatums. Europaweit, sagt der Tafel-Koordinator, werden jährlich 90 Millionen Tonnen Nahrungsmittel einfach weggeworfen. Das Mindesthaltbarkeitsdatum komme der Lebensmittelindustrie entgegen, die kürzere Umsatzzyklen nutzen könne. Ein Beispiel: „Mineralwasser hatte vor Jahren noch eine Haltbarkeit von 18 Monaten. Heute sind es sechs Monate.“ Dies einfach nur per Definition der Hersteller.

Den Tafelkunden kommt dies entgegen, sofern es Scheer gelingt, Lebensmittelspenden beim Handel einzuwerben. „Das ist alles andere als ein Selbstgänger“, sagt der Marner. Mit geeigneten Kühlräumen wie in Glückstadt sei das Lagern kein Problem. Der Transport der Ware erfolgt in eigenen Kühllastern. Noch eine gute Nachricht für die Glückstädter Tafel: Mit 7500 Euro aus der Aktion „Hand in Hand für Norddeutschland“ sollen die beiden Kühlräume jetzt energetisch saniert werden. Der Stromverbrauch ist zu hoch.

Scheer und AWO-Geschäftsführer Martin Meers sind bereits einen Schritt weiter. Im Juni bezieht die Tafel in Brunsbüttel neue Räume. Der Standort in der Schleusenstadt soll sich dann zur logistischen Drehscheibe entwickeln. Meers: „Wird in Glückstadt ein Produkt knapp und haben wir woanders genug, dann können wir das in Zukunft besser verteilen.“

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