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Norddeutsche Rundschau

22. August 2017 | 08:14 Uhr

Volksfest : Aniskringel ist Familiengeheimnis

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Familie Lehmann lädt zum beliebten Kringelmarkt in Herzhorns Ortskern ein. Zahlreiche Besucher erleben buntes Treiben.

Sonja Moser hatte schon zwei Kringel im Arm, doch ihre Tochter stand noch am Glücksrad. Die Süderauerin wollte noch einen gewinnen. „Wir sind acht Personen“, erklärte Sonja Moser zu der Menge, die sie brauchten, und fügte hinzu: „Wir alle lieben Kringel.“

Gestern war Kringelmarkt in Herzhorn. Wie beliebt der Markt ist, zeigte sich schon daran, dass die Glücksräder zum Start Punkt 14 Uhr schon umlagert waren. „Die Sonne scheint, was wollen wir mehr“, sagte Veranstalter Willi Lehmann. Der Bäckermeister strahlte zufrieden – und das obwohl vorher in seiner Backstube drei Tage rund um die Uhr gearbeitet wurde. Wie viele Aniskringel er und sein Team gebacken hatten, das konnte er allerdings nicht sagen. Das Rezept, das bis heute als Familiengeheimnis von Generation zu Generation weitergegeben wird, stammt aus dem Jahr 1864. Damals verkaufte ein in Herzhorn ansässiger Gewürzhändler sein Haus an die Vorfahren von Willi Lehmann. Weil der Händler nach Amerika auswanderte, hinterließ er der Familie auch einen Bestand an Anis.

Wieder einmal war auch die gesamte Familie Lehmann dabei, um zu helfen. So auch Sohn Kevin, der am Glücksrad mit flotten Sprüchen die Besucher zum Schmunzeln brachte. Neu dabei war Helmut Meisberger. Bei dem Glückstädter durften die Besucher Wein probieren. Seit 40 Jahren wiederum gibt es das Kinderkarussell der Familie Lehmann. „In der vergangenen Woche wurde es gerade vom TÜV abgenommen“, berichtet Willi Lehmann. Die Fahrzeuge sind alle auch 40 Jahre alt. „Die Kinder lieben sie“, so der Herzhorner Organisator. „Sie können selber einsteigen. Und der Trecker sieht aus, wie sich Kinder einen Trecker vorstellen.“ Gleiches gelte auch für die Lok und das Feuerwehrauto.

Der Kringelmarkt findet seit 157 Jahren am ersten Montag nach Jacobi statt. Einst diente er im Ursprung dazu, dass Handwerker ihre Waren anbieten konnten. Und er diente auch als Heiratsmarkt für Mägde und Knechte.

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erstellt am 01.Aug.2017 | 05:14 Uhr

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