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Müllproblem : Angler beklagen „Dreck ohne Ende“

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Nicht jeder Besucher am Rensinger See in Kellinghusen verhält sich rücksichtsvoll.

Sommer wie auf Mallorca – und alles strebt zum Wasser. Schwimmen, grillen, flirten, lautete das Motto auch am Rensinger See. „Das Gewässer wurde als Geheimtip gehandelt, die Leute kamen von überall her“, sagt Thomas Wunsch. Der Vorsitzende des Vereins der Sportangler und seine Kollegen blicken mit gemischten Gefühlen auf die vergangenen „heißen“ Tage zurück. Zum Teil mussten sie erleben, wie die sonst so drögen Nordlichter außer Rand und Band gerieten. Sie wollten uneingeschränkt Spaß – die Sportangler als Pächter des kleinen und großen Sees empfanden sie dabei als Störfaktor.

Dem Vereinschef sowie dem Sportkollegen und Ratsherrn Horst Gabriel (FDP) fallen jede Menge Beispiele rücksichtslosen Verhaltens ein. „Wir wurden angepöbelt, wenn wir auf die Stege wollten“, sagt Wunsch. Im Rahmen einer Veranstaltung für das Kinder-Ferienprogramm mussten die hölzernen Bauwerke gegen Sonnenanbeter regelrecht verteidigt werden. Dabei räumen Pachtverträge den Sportlern das Hausrecht für beide Seen ein. Die Vereinsmitglieder kümmern sich auch in den übrigen drei Jahreszeiten um die Gewässer und ihren Fischbesatz. Ihnen ist zu verdanken, dass sich Schlei, Hecht, Zander und Co. dort wieder wohl fühlen. Sie pflegen die hölzernen Stege und rufen zweimal im Jahr zum Großreinemachen auf. „Da kommen regelmäßig 20 bis 25 Leute und packen mit an“, sagt Wunsch.

Außerplanmäßig als Müllsammler betätigten sie sich auch in den vergangenen Wochen. „Dreck ohne Ende“, bestätigt Gabriel. Noch viel ekeliger als der Verpackungs- und Getränkemüll seien andere Hinterlassenschaften gewesen. „Die Leute haben ein Bedürfnis, aber hier gibt es ja keine Toilette.“ Weiteres großes Thema ist die Dauerfehde mit uneinsichtigen Hundehaltern. „Anleinen gibt es für die nicht“, sagt Wunsch. Abgesehen davon, dass nicht jeder Hunde möge, sei es schlicht unschön, wenn ein Angler auf seinem Sitz sich plötzlich Auge in Auge einem großen Hund gegenüber sehe. „Außerdem verwenden wir Köder, die wie Leckerli riechen.“ Wie Hundehalter reagieren, wenn der Liebling so einen Köder im Hals hat, wollen die Sportfreunde gar nicht wissen. Ebenso wirkungslos wie Schilder mit Anleinhinweis sei auch der Hinweis auf die Badegefahr. „Die meisten Besucher machen sich keine Gedanken über die Beschaffenheit des Gewässers“, sagt Wunsch. Am wenigsten die Springer am steilen Abhang. Neben dem Schwung am Tarzanseil erklimmen sie über Sprossen auch sehr hohe Baumäste. „Lebensgefährlich“, meint der Sportler. Was im bis zu 18 Meter tiefen Gewässer neben Baumstämmen und Autowracks sonst noch zur Gefahr werden kann, hätten wegen der Dunkelheit ab vier Meter Wassertiefe auch befreundete Taucher noch nicht erkundet. Zuletzt entdeckten und entfernten sie bei Nacht und Nebel installierte Stellnetze. „Das taten wir nicht aus Angst vor Fischklau, sondern damit Schwimmer sicherer sind“, sagt Wunsch. Rund um den kleinen See ist nicht so viel los, wie beim großen Nachbarn. Aber auch in diesem geschützten Naturerlebnisraum pfeifen Mitbürger auf Flora und Fauna. „Hier waren sie auch am Werke“, verweist Wunsch auf eigenmächtig ausgeführte Sägearbeiten zur Freilegung eines bewusst still gelegten Zugangs zur Stör. Ja, die Meckerliste sei lang, räumen die zwei Sportangler ein. Im Nu verkürzen ließe sie sich, wenn ein wenig Rücksicht genommen werde. „Dies soll doch ein Platz sein, wo alle miteinander auskommen.“

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