Glückstädter Sportangelverein : Angelrute statt Playstation

Der Vorstand der Jungangler: Peter Petersson (von links), Thore Schmidt, Julius Keune und Edgar Wulf.
Der Vorstand der Jungangler: Peter Petersson (von links), Thore Schmidt, Julius Keune und Edgar Wulf.

Der Angelsport ist beim Nachwuchs in Glückstadt ausgesprochen beliebt.

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16. Februar 2018, 05:00 Uhr

Der zwölfjährige Birger Tewes und sein Freund haben alles richtig gemacht. Bei einem Angelausflug zum Schwanenteich in den städtischen Anlagen hatten sie auf einmal nicht nur Fische an der Angel. Plötzlich hing ein Behindertenfahrrad am Haken. Die beiden wussten, dass die vom Angelverein gepachteten Gewässer sauber gehalten werden müssen. Und so war es für die Jungen keine Frage, dass sie das Fahrrad aus dem Teich fischten. Mit vereinten Kräften zogen sie das Gefährt aus dem Wasser.

So wie die beiden werden alle Jungangler im Glückstädter Sportangelverein über Fisch-, Umwelt- und Gewässerkunde unterrichtet. Auch die entsprechenden Gesetze müssen die Jungen und Mädchen lernen. Das alles wird den 38 Jugendlichen beim Angeln und bei den vielen Aktivitäten beigebracht. Allen voran von Jugendleiter Peter Petersson (60) und seinem Stellvertreter Edgar Wulf (68). Sie wurden während der Jugendversammlung einstimmig gewählt. Jetzt fehlt Petersson und Wulf nur noch die Bestätigung auf der Hauptversammlung des Vereins. Die findet am Freitag, 2. März, ab 20 Uhr im Ratskeller statt. Als stellvertretender Jugendsprecher wurde Julius Keune (15) ebenfalls einstimmig gewählt. Thore Schmidt (15) ist noch ein weiteres Jahr Jugendsprecher.

Vorsitzender Ralf Peters war auf der Jugendversammlung begeistert, dass immer mehr Jugendliche diese Freizeitbeschäftigung erlernen wollen. Doch bevor die 12- bis 18-Jährigen angeln dürfen, müssen sie einen Fischereischeinlehrgang bei der Volkshochschule oder in der Elbschule besuchen. Erst nach der anschließenden Sportfischereiprüfung haben sie die Erlaubnis, ohne Begleitung eines Anglers, der im Besitz des Fischereischeins ist, zu angeln. Peter Petersson: „Die Jugendlichen lernen das Angeln von der Pike auf. Dabei gehen sie raus in die Natur, weg vom PC. Sie bekommen auch Respekt vor der Kreatur.“

Auf dem Plan für 2018 stehen Termine wie Hegefischen, Raubfischangeln und Aalangeln. Aber auch Gehölzpflege und Gewässerreinigung. Außerdem gibt es zwei mehrtägige Jugendfreizeiten: Himmelfahrt geht es an den Westensee und Pfingsten nach Tornesch und Uetersen.

Ein Indiz für den ausgewogenen Fischbestand in den heimischen Gewässern ist die größer werdende Anzahl an Tauchvögeln. Hierzu zählen Gänsesäger, Kormorane und Reiherenten. Die Jugendlichen wurden eindringlich vom Vorsitzenden Ralf Peters gebeten, immer einen gültigen Fischereischein und den Erlaubnisschein beim Angeln dabeizuhaben. Kontrolleure seien häufig an den Gewässern unterwegs.

Die Angler hegen und pflegen die gepachteten Gewässer. Sie sorgen so dafür, dass die Natur in den Teichen in der Waage bleibt. Das passiert unter anderem durch die mehrmalige jährliche Gewässerreinigung und das Beschneiden der Gehölze am Uferrand. Außerdem wird jeder gefangene Fisch in einer Statistik eingetragen. Sie werden durch Besatzfische wieder ersetzt. Dafür müssen die Angler Laich oder Jungfische zukaufen und aussetzten.

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