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Terroralarm in Hannover: : „Angehörige waren besorgter als wir selbst“

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Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Steinburgs DFB-Ehrenamtspreisträger Frank Goede erlebt die Absage des Fußball-Länderspiels in der niedersächsischen Landeshauptstadt auf dem Weg ins Stadion.

Als Steinburger Ehrenamtspreisträger des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) für 2014 durfte der Wilsteraner Frank Goede in diesem Jahr viele besondere Events des DFB besuchen. Dazu gehörte auch das kurz vor dem Anpfiff aus Sicherheitsgründen abgesagte Länderspiel zwischen Deutschland und den Niederlanden am Dienstag-Abend. Kurz vor der Rückfahrt aus Hannover schilderte der 48-jährige Konrektor des Gymnasiums Brunsbüttel seine Eindrücke.

Wann und wie haben Sie von der Absage erfahren?

Wir hatten zuvor eine sehr nette Ehrungsveranstaltung für die vielen anwesenden Ehrenamtler in einem Theater. Dann machten wir uns in sieben Bussen mit knapp 300 Leuten auf den Weg ins Stadion, als so gegen 19.20 Uhr die ersten Mitteilungen per SMS oder WhatsApp von zu Hause kamen, das Spiel würde ausfallen. Daraufhin haben wir dann im Bus die Fernseh-Geräte eingeschaltet und sahen es dann selbst.

Wie liefen die weiteren Sicherheitsmaßnahmen ab?

Der Bus machte dann während der Fahrt kehrt und fuhr zurück zum Hotel. Auf den Straßen haben wir in der ganzen Stadt Blaulicht gesehen, haben das aber für die üblichen Sicherheitsmaßnahmen gehalten. Im Hotel wurden wir von den DFB-Vertretern dann zunächst gebeten, unsere Zimmer aufzusuchen. Es lief aber alles ruhig und unaufgeregt. Allerdings wurden wir gebeten, das Hotel nach Möglichkeit nur in ganz dringlichen Fällen zu verlassen.

Wie war für Sie der weitere Verlauf des Abends?

Das Programm, das erst nach dem Spiel in besagtem Theater hätte weitergehen sollen, wurde halt in improvisierter Form im Hotel vorgezogen. Wir haben dort einen sehr netten Abend verbracht und von der Aufregung um uns herum gar nicht so viel mitbekommen. Ich glaube, die Angehörigen und Freunde zu Hause waren besorgter als wir selbst. Sehr schade fand ich es nur, dass die vorbereiteten Choreographien und all die anderen Dinge, mit denen ein Zeichen für Frieden, Freiheit und Solidarität gesetzt werden sollte, nun nicht mehr zum Tragen kamen. Wir fühlten uns insgesamt sehr gut aufgehoben, und beschützt und auch die DFB-Leute haben sich sehr gut um uns gekümmert.

Hat das Erlebte ihre Haltung in Bezug auf den Besuch von Großveranstaltungen verändert?

Nein, im Gegenteil, es hat mich in meiner Haltung bestärkt. Man darf sicher davon ausgehen, dass die Maßnahmen der Sicherheitskräfte in Hannover mit Vernunft und Augenmaß getroffen worden sind. Ich lasse mich aber nach wie vor nicht vom Terror davon abbringen, ins Stadion zu gehen. Sicherheitsmaßnahmen werden künftig bestimmt erhöht werden, aber in einer Demokratie müssen wir so etwas eben aushalten und dürfen uns nicht verkriechen. 

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erstellt am 18.Nov.2015 | 18:12 Uhr

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