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Norddeutsche Rundschau

17. Dezember 2017 | 20:57 Uhr

Gemeindehaus : Anbau macht deutliche Fortschritte

vom
Aus der Redaktion der Wilsterschen Zeitung

Witterung begünstigt die Arbeiten für den neuen Kirchenbüro-Trakt. Wilsteraner Gemeindeprojekt wird vom Kirchenkreis bezuschusst.

Die Kirchengemeinde Wilster baut. Ein rückwärtiger Anbau am Gemeindehaus in der Sonninstraße soll das neue Kirchenbüro aufnehmen, das ursprünglich im Pastorat am Markt ansässig war. Seit drei Jahren genießt es „Kirchenasyl“ beim Schulverband Wilstermarsch im Pavillon der ehemaligen Schule am Stadtpark, wie es Herbert Schulz als Vorsitzender des kirchlichen Bauausschusses scherzhaft formulierte.
Die Sanierung und Renovierung des Pastorats hatte gestoppt werden müssen, nachdem im Zuge der Arbeiten Schwammbefall in einer Außenwand und Zwischendecke festgestellt worden war.

Der Anbau und weitere Sanierungsarbeiten im 46 Jahre alten Gemeindehaus werden rund 275 000 Euro verschlingen. Dankbar ist der Kirchengemeinderat über die Zustimmung des Kirchenkreises Rantzau-Münsterdorf, die eigentlich für das Pastorat bewilligten Zuschussmittel auf den Gemeindehaus-Anbau umzuschichten. „Aus diesem Topf erhalten wir 178 000 Euro“, erzählt Herbert Schulz. Der Anbau ruht auf neun Beton-Bohrpfählen, die 15 bis 18 Meter tief in den tragenden Baugrund getrieben wurden. Zum Colosseum hin soll das Pastoren-Büro eingerichtet werden, in das ein Besprechungszimmer integriert ist. Daneben wird das Kirchenbüro einziehen, während ein weiterer Nebenraum Platz für Akten und Bürobedarf bieten soll. WC und Teeküche können im Gemeindehaus genutzt werden. „Hier mussten wir die Abwasserleitungen neu verlegen lassen“, fügte der Bauauschussvorsitzende hinzu.

Die Planungen für den Anbau lagen in den Händen des Wilsteraner Architekten Ken Sörensen. Der Baustil des Anbaus nimmt die Vorgaben des Küchen- und WC-Traktes im Gemeindehaus auf. Die Decken- und Raumgestaltung soll allerdings ausnahmslos weiß und hell werden, erläutern Pastor Höppner und Herbert Schulz. Sie sind froh, dass der Bau bei der meist positiven Witterung der letzten Woche schon weit fortgeschritten ist. „Wenn das so bleibt, rechnen wir zu Mitte/Ende April mit dem Umzug des Kirchenbüros in die neuen Räume“, ist Schulz zuversichtlich. Mit Aufträgen wurden vorwiegend Firmen aus der Region versorgt. Während für die Pfahlgründung ein Spezialunternehmen eingesetzt wurde, wurden die Firmen Höhrmann in Vaalermoor mit Maurerarbeiten, die Tischlerei Fischer in Wilster mit Holzarbeiten, Jürgen Pruter in Wilster mit Zimmererarbeiten und die Firma Neumann in Wilster mit Dachdeckerarbeiten beauftragt. Alle weiteren Gewerke werden noch ausgeschrieben.

Parallel zu dem Anbau sollen bis zum Frühjahr auch sämtliche Fenster und Türen des Gemeindehauses erneuert werden. Anstelle der inzwischen 46 Jahre alten Holzfenster, die mittlerweile „vergammelt“ sind und teilweise nicht mehr richtig schließen, sollen weiße Kunststofffenster eingebaut werden. Dadurch und durch eine komplett neue Gasheizung erwartet die Kirchengemeinde deutlich geringere Energiekosten. Die Heizungsanlage ist in einem Nebengebäude untergebracht und über eine Rohrleitungsbrücke mit dem Gemeindehaus verbunden. Alle Versorgungsleitungen, die bisher ausnahmslos vom Pastorat abzweigten, müssen neu strukturiert und für das Gemeindehaus neu angeschlossen werden.

„Im alten Pastorat standen uns 628 Quadratmeter Nutzfläche im Erdgeschoss und für die Dienstwohnung des Pastors im Obergeschoss zur Verfügung“, rechnete Herbert Schulz vor. Die 60 Quadratmeter im neuen Anbau lassen nicht genügend Platz für alle Kirchendokumente. Dafür wird jetzt ein Raum in der Kirche genutzt, in dem drei große Stahlschränke die Originaldokumente aus vier Jahrhunderten aufgenommen haben. „Sie halten einem Feuer vier Stunden lang stand“, beschrieb Schulz die feuerhemmende Wirkung der Stahlschränke. Kopien der wichtigsten Kirchenakten lagern darüber hinaus im Kirchenkreis-Archiv in Wrist.

Das alte Pastorat am Markt 12 steht weiterhin zum Verkauf. Darauf weisen Schilder eines Maklers hin, die im Garten und in den Fenstern des Gebäudes plakatiert wurden. „Wir hoffen, dass sich tatsächlich ein Käufer findet, der das schon zu drei Viertel sanierte Gebäude erwirbt“, sagte Herbert Schulz. Der Kaufpreis von 50 000 Euro sei dabei ebenso verhandelbar wie die Grundstücksgröße. In seiner Januar-Sitzung will der Kirchengemeinderat über die eingegangenen Gebote entscheiden.



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