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Haus und Grund : An Veränderungen kaum interessiert

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Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Glückstadts Bürgermeister vermisst ein schlüssiges Konzept und nimmt bei der Jahresversammlung des Grundeigentümervereins Wohnungsgesellschaften in die Pflicht.

shz.de von
erstellt am 28.Mai.2014 | 08:00 Uhr

Sie bilden eine starke Gemeinschaft. 65 000 Mitglieder sind landesweit im Verein Haus und Grund organisiert, davon allein in Glückstadt mehr als 1000. Etwa 75 von ihnen kamen zur Jahresbilanz. Ortsvorsitzende Alexandra Ulrich-Timm hatte dazu aussagekräftige Ehrengäste eingeladen. Unter ihnen Hans-Henning Kujath, den Direktor des Landesverbands Schleswig-Holstein.

In seinem Grußwort streifte Kujath vielfältige Aufgaben des Verbands. Seine Ausführungen führten über die einzuführende Mietpreisbremse, Änderungen im Maklerrecht, Erhöhung der Grunderwerbssteuer, das Denkmalschutzrecht und die Energiesparverordnung (Energiepass). Kujath sah viele der politisch angestrebten Punkte als übertrieben und nicht tauglich. Der Referent ging mit seiner Aussage sogar soweit, dass im Beispiel der erhöhten Grunderwerbssteuer Haus- und Grundeigentümer „gemolken“ werden sollen. „Wir müssen Bewusstsein in der Öffentlichkeit wecken, dass dies ein falscher Weg ist“, sagte Kujath.

Er sei zwar nicht dagegen, aber als äußerst bedenklichen Weg sah Kujath auch das Denkmalschutzrecht. 16 000 Objekte sollen nach politischem Willen innerhalb zwei Jahren in ein Register aufgenommen werden. „Es ist klar, dass dann vielfach nur nach Aktenlage beurteilt wird“, so Kujath.

Zu den Ehrengästen gehörte auch Glückstadts Bürgermeister Gerhard Blasberg. Der hatte den neuen Citymanager Jingkai Shi mitgebracht: „Nehmen Sie den jungen Mann wohlwollend auf; er bietet viele Perspektiven“, rief Blasberg dem Gremium nach Shis Vorstellung zu.

Blasberg referierte zum Thema „Neueste Entwicklung der Stadt Glückstadt“. Dabei streifte der Verwaltungschef auch das Thema der Bahnhalte („Die Politiker in Kiel waren beeindruckt“). Zum Wohnungsmarktkonzept gab Blasberg Mängel zu: „Die Situation ist Besorgnis erregend, es wurde allerdings auch am Bedarf vorbei geplant.“ Blasberg nahm dazu Wohnungsgesellschaften in die Pflicht: „Die zeigen an Veränderung kaum Interesse.“ Ein Zukunftskonzept für den Stadtteil Nord, neue Baugebiete, Auslastung der Kitas, das attraktive Schulangebot und die Aufnahme weiterer Asylbewerber wurden ebenfalls von Blasberg thematisiert.

Zum aktuellen Thema Berendsen-Gelände beziehungsweise Kasernengelände wollte der Verwaltungschef nicht politischen Entscheidungen vorgreifen: „Eine ganz schwierige Gemengelage“ sei dies, so Blasberg. Auch zum Thema Hafenkopf äußerte sich der Verwaltungschef: „Unterschriftenaktionen sind ja okay, aber sie werden nicht das Gesetz brechen. Ich bin der Meinung, dass sich eine Lösung finden lässt, wenn alle Seiten guten Willen zeigen.“

In ihrem Jahresbericht verteidigte Alexandra Ulrich-Timm eine Beitragserhöhung auf jetzt 40 Euro jährlich: „Wir haben fast 20 Jahre keine Erhöhung vorgenommen; jetzt können wir wieder kostendeckend arbeiten.“ Neu in den Vorstand rückte Hauke Buttmann (39) ein. Er wurde mit klarem Votum zum Schatzmeister gewählt und löste Carsten Ebmeier ab. Fritz Schubert und Werner Leyffer werden demnächst Buttmanns Kasse prüfen.

Mit einer Diskussion über städtische Probleme und dem bürgermeisterlichen Versprechen, sich zu kümmern, klang die Versammlung der Grundeigentümer aus.

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