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Norddeutsche Rundschau

18. Oktober 2017 | 07:43 Uhr

Amtsgebäude kommt in Rewe-Markt

vom

Finanzausschuss stimmt Bau eines gemeinsamen Verwaltungsgebäudes zu/Widerstand nur aus Hohenlockstedt

shz.de von
erstellt am 17.Mai.2013 | 03:59 Uhr

Kellinghusen | Ein gemeinsames Verwaltungsgebäude für das Amt Kellinghusen - die Weichen sind gestellt. Der Finanzausschuss hat sich mit großer Mehrheit für den Bau ausgesprochen. Lediglich die drei Hohenlockstedter Vertreter stimmten dagegen. Einen Standort gibt es auch: der ehemalige Rewe-Markt im Stadtzentrum. Das Gebäude soll abgerissen werden, auf dem Fundament entsteht dann der neue Verwaltungstrakt. Auf knapp 4,8 Millionen Euro belaufen sich die Baukosten. Für das Grundstück fallen keine Kosten an, die Stadt Kellinghusen überlässt es dem Amt kostenlos mit der Bedingung: Die Stadt erhält dort ein kostenfreies Bürgermeisterbüro.

Das Architektenbüro Atelier-Studio 42 aus Neumünster hatte zwei Varianten in Kellinghusen näher untersucht: ein Grundstück auf der grünen Wiese am Lockstedter Weg und den Umbau des alten Rewe-Marktes. Die Empfehlung ging eindeutig in Richtung Einkaufsmarkt. Hauptgründe: zentrale Lage und um zirka 200 000 Euro billiger.

Günstiger wird das Projekt vor allem, weil laut Architekt Reinhold Wuttke auf die alte Gründung und teilweise auch auf die vorhandene Sohle zurückgegriffen werden kann. Darauf könne das neue Gebäude mit dem ausgearbeiteten Raumprogramm auf drei Ebenen entstehen. Für die zurzeit 67 Mitarbeiter sollen Büros und andere Räume auf einer Netto-Nutzfläche von 2070 Quadratmetern entstehen. Der Haupteingang mit einer großen Glasfront stellt sich der Planer an der Fußgängerzone in der Hauptstraße vor. An voraussichtlichen Kosten errechnete das Büro 4,775 Millionen Euro. Darin enthalten ist der Abbruch mit 160 000 Euro. "Durch bereits vorhandene Gründung werden insgesamt 200 000 Euro eingespart", so Wuttke. Günstig werden auch die Parkplätze, diese sind bereits in ausreichender Zahl (120) vorhanden.

Bei der Entscheidung - grüne Wiese oder Stadtbereich - müsse auch der städtebauliche Aspekt berücksichtigt, betonte Finanzausschussmitglied Gerhard Hein. Und für die Kellinghusener Innenstadt wäre es wichtig, dass dort das Amtsgebäude entsteht.

Dies sehen die Stadtpolitiker genauso. Im ehemaligen Rewe-Markt sei das Amt gut angebunden, mit der Bahn in Zukunft vielleicht noch besser, betonte Bürgermeister Axel Pietsch. Außerdem seien städtische Einrichtungen wie Museum und Bücherei in direkter Nähe. Das große Interesse der Stadt für diesen Standort untermauerte er mit einem Angebot: Das Amt bekommt den Rewe-Markt, den die Stadt Anfang des Jahres für 148 000 Euro erworben hatte, kostenlos übertragen. Dieser von der Ratsversammlung kürzlich in nichtöffentlicher Sitzung gefasste Beschluss ist mit drei Bedingungen verknüpft: Der Bürgermeister der Stadt erhält kostenfrei ein Büro im neuen Amtssitz, die vorhandenen Parkplätze können gemeinsam genutzt werden und die Übertragung erfolgt schnellstmöglich noch bis zum 1. Juni. "Dies ist ein gutes Angebot, zeigt aber auch, wie wichtig es der Stadt ist, dass sich der innerstädtische Bereich weiterentwickelt" sagte der Ausschussvorsitzender Bernd Schneider. Der Kellinghusener Ratsherr war zuvor zum neuen Vorsitzenden des Gremiums gewählt worden, da der bisherige Vorsitzende Martin Dethlefsen nicht mehr im Finanzausschuss vertreten ist (wir berichteten).

Mit den Bedingungen zeigte sich die Mehrheit zufrieden, beschlossen wurde darüber hinaus, dass der Bau die Summe von fünf Millionen Euro nicht überschreiten soll. Finanziert wird das gemeinsame Gebäude überwiegend aus der dafür bereitgestellten Rücklage, in der sich vier Millionen Euro befinden. Für die restliche Summe wird ein Kredit aufgenommen. Amtsvorsteher Clemens Preine geht davon aus, das 2014 mit dem Bau begonnen werden kann, 2015 soll es bezugsfertig sein.

Sechs von neun Ausschussmitglieder stimmten am Ende für das Verwaltungsgebäude am Rewe-Standort. Lediglich die Hohenlockstedter Carsten Fürst (BfH), Jürgen Kirsten (SPD) und Thomas Thiessen (IHB) votierten dagegen. Sie lehnten wie zuvor bereits geäußert ein gemeinsames Gebäude ab. Endgültig entscheidet der Amtsausschuss am 23. Mai.

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