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Amt stellt 1,4 Millionen für Wohnraum bereit

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Ob Neubau, Container oder Ankauf von Immobilien bleibt erst einmal offen

Der weiterhin steigende Zahl von Flüchtlingen schlägt sich jetzt auch massiv im Haushalt des Amtes Wilstermarsch nieder. Für das neue Jahr werden 1,4 Millionen Euro für die Schaffung von Wohnraum bereitgestellt. Offen bleibt, ob mit dem Geld ein festes Gebäude am Ortseingang von Wilster gebaut, Wohncontainer in den Dörfern aufgestellt oder vorhandene Immobilien gekauft werden sollen.

Nach den letzten Prognosen, die leitender Verwaltungsbeamter Heiko Wiese präsentierte, wird die Zahl der in der Wilstermarsch unterzubringenden Flüchtlinge bis zum Jahresende auf bis zu 200 anwachsen. „Dafür haben wir noch genügend Wohnungen auf dem Zettel.“ Um Puffer für das nächste Jahr zu schaffen, schlug die Verwaltung den Bau von bis zu 16 Wohnungen angrenzend an die vorhandenen Schlichtwohnungen auf Dammflether Gebiet vor. Wiese: „Wir halten den Standort für geeignet und das wirtschaftliche Risiko für überschaubar.“ Außerdem gebe es eine Null-Prozent-Finanzierung über zehn Jahre. Rückenwind holte sich Wiese auch aus dem Städtebauförderungskonzept für Wilster. Danach gebe es in naher Zukunft eine Nachfrage für 140 kleine Wohneinheiten in der Stadt.

„Toi, toi, toi, dass wir so viele Helfer haben“, meinte zum Auftakt einer längeren Diskussion Bürgermeister Delf Bolten (Wewelsfleth). Er präsentierte den Mitgliedern im Amtsausschuss dann Prospekte eines Herstellers von Wohnboxen. Seine Beispielrechnung: Zehn Gemeinden schaffen jeweils zwei Stück davon an und damit Wohnraum für jeweils acht Personen. Abzüglich der erwarteten Zuschüsse von dann 25  000 Euro pro Gemeinde käme man auf Gesamtkosten von nur 350  000 Euro.

„Wir sollten uns alle Optionen offen halten“, plädierte Delf Sievers. Der Dammflether ist kein Anhänger von Neubauten auf seinem Gemeindegebiet. Er regte stattdessen den Ankauf bestehender Immobilien an. Andere Bürgermeister brachten Überlegungen ins Spiel, bei denen sich mehrere Gemeinden für einen gemeinsamen Container-Standort zusammenschließen, dann aber jeweils einzeln die Zuschüsse beantragen. Eine Probeabstimmung ergab, dass mindestens acht Wilstermarschgemeinden sich das Aufstellen von mobilen Unterkünften durchaus vorstellen könnten. Darüber muss am Ende dann aber jede Gemeinde für sich entscheiden.

Wie unwägbar das weitere Vorgehen ist, machte Manfred Boll (Nortorf) an einem Beispiel aus seiner Gemeinde deutlich. Hier sei von den Behörden ein privater Anbieter von Wohnraum abgelehnt worden, weil die langen Fußwege nach Wilster den neuen Bewohnern nicht zugemutet werden könnten.

Richard Schmidt (Büttel) mahnte, dass das Amt mit seinem Geld möglichst Eigentum schaffen müsse. „Auf die Schnelle kann man ja bei Bedarf Container anschaffen.“ Auf Vorschlag von Peter Krey (Beidenfleth) sprach sich das Gremium dann einstimmig für weitere Beratungen im Bauausschuss aus. Ebenso einstimmig wurden die 1,4 Millionen Euro aber schon einmal bereitgestellt.

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erstellt am 18.Nov.2015 | 00:34 Uhr

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