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Amt auf steigende Flüchtlingszahlen vorbereitet

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Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Mit einer Art Vorratsbeschluss wappnet sich das Amt Wilstermarsch für den Fall, dass die Flüchtlingszahlen wieder ansteigen sollten. Der Amtsausschuss ermächtigte jetzt einstimmig Amtsvorsteher Helmut Sievers, bei Bedarf sofort aktiv zu werden. Vorsorglich waren im Haushalt für dieses Jahr auch schon einmal 1,4 Millionen Euro für die Schaffung von zusätzlichem Wohnraum bereit gestellt worden.

„Wir wissen nicht, wie es weitergeht“, erläuterte Sievers. Fakt sei aber: „Derzeit kommen nicht viele.“ In der Vergangenheit war es in der Wilstermarsch immer gelungen, Flüchtlinge auf dem freien Wohnungsmarkt unterzubringen. Im Notfall wurden vorübergehend auch die – inzwischen sogar sanierten – Schlichtwohnungen am Ortseingang der Stadt bezogen. Nach Darstellung der Verwaltung ist die Unterbringung von Asylsuchenden auch bis weit in den Sommer hinein auf dem freien Wohnungsmarkt gesichert. Im vergangenen Jahr waren dem Amt 136 neue Asylbewerber zugewiesen worden. In diesem Jahr sind es bislang erst 28. Verlässliche Prognosen für die Zukunft seien aber nicht möglich, hieß es weiter.

Wenn es erforderlich sein sollte, will die Wilstermarsch ein amtseigenes Grundstück direkt neben der vorhandenen Obdachlosenunterkunft in der Gemarkung Dammfleth nutzen. Der Bauausschuss hatte sich bei einer Besichtigung bereits mit verschiedenen Musterhäusern vertraut gemacht. Aus Sicht der Verwaltung mache die Bereitstellung so genannter Modulhäuser am meisten Sinn. Dadurch könnte Wohnraum in verschiedenen Größenordnungen geschaffen werden, der aber nur als Übergangslösung vorgesehen ist. Die voraussichtlichen Kosten lägen deutlich unter den Haushaltsansätzen. Für zwei Modulhäuser wird mit 80  000 Euro für die Vorbereitung des Grundstücks und mit 140  000 Euro für den Bau gerechnet.

Flüchtlingsbeauftragter Knud Jüstel sprach von aktuell rund 180 Asylbewerbern, die in der Wilstermarsch betreut werden – das Gros davon in St. Margarethen (70) und in Wilster (64). „Es ist alles so weit in Ordnung, wir haben nur ganz wenig Ärger“, berichtete er vor dem Amtsausschuss. Auch Deutschunterricht laufe an drei Standorten gut.

Ärgerlich hingegen findet St. Margarethens Bürgermeister Volker Bolten das bürokratische Prozedere. Er berichtete von einem Fall, bei dem eine ganze Familie von Helfern zur Aufnahmestelle nach Neumünster gebracht worden sei – um dann von dort per Bus nach Mecklenburg-Vorpommern gebracht zu werden. „Und das im digitalen Zeitalter“, sagte Volker Bolten und zeigte für die dafür abgespulten Kilometer wenig Verständnis.

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erstellt am 23.Jun.2016 | 13:40 Uhr

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