zur Navigation springen
Norddeutsche Rundschau

20. August 2017 | 10:32 Uhr

B5-Umleitung : Ampel gegen Verkehrschaos

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Gestern Krisentreffen in St. Margarethen: Fahrzeuge werden jetzt einspurig durch den engen Kurvenbereich geführt.

Nadelöhr Dorfstraße – zwei enge Kurven, schmale Gehwege, Häuserfassaden nahe an der Fahrbahn. Dazwischen wälzt sich seit Montagmorgen auch der Schwerlastverkehr durch St. Margarethen, der sonst via Bundesstraße 5 Richtung Itzehoe oder Brunsbüttel pendelt. Aufgrund einer Vollsperrung wegen der Straßenbauarbeiten zwischen Landscheide und Wilster/Dammfleth führt die Umleitung nun durch die kleine Elbgemeinde (wir berichteten). Dort herrschen chaotische Verkehrsverhältnisse – und darum initiierten gestern Morgen Bürgermeister Volker Bolten und sein Stellvertreter Karl-Heinz Schwarz ein Krisentreffen mit Vertretern vom Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr, der Kreis-Verkehrsaufsicht, dem Ordnungsamt und der Polizei. Das Ergebnis: Eine Ampelanlage soll ab heute im kurvigen Bereich für Entlastung sorgen.

Dass in der Dorfstraße zur Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer eingeschritten werden muss, wurde den Teilnehmern des Ortstermins deutlich vor Augen geführt. Allein innerhalb der knappen Stunde passierten unzählige Laster die Hauptstraße, mussten im Begegnungsverkehr auf die Gehwege ausweichen, zum Teil zurücksetzen – und kamen manchmal auch den Häuserfassaden bedrohlich nahe. Kurz vor Beginn des Treffens ereignete sich gar ein Auffahrunfall. Ein Autofahrer aus der Schweiz hatte zu spät bemerkt, dass das voranfahrende Wohnmobil bremste. Es blieb bei Sachschaden, Personen wurden glücklicherweise nicht verletzt. „Das war nicht der erste Auffahrunfall“, beobachtete Karl-Heinz Schwarz. Schon am Montag hatte es einen gegeben.

„Man muss bedenken, dass etwa 8000 Fahrzeuge täglich die B5 befahren, das alles muss jetzt hier durch“, so Kersten Schmidt, Betriebsleiter beim Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr. Er versicherte, dass die während der voraussichtlich fünfwöchigen Bauphase durch die Laster verursachten Gehwegschäden wieder beseitigt würden. Der Landesbetrieb hat zwar die Gehwegbereiche abgesperrt, damit Lkw nicht auf die Bürgersteige fahren. Doch auch das hat nicht überall den gewünschten Erfolg, ein Bordstein ist im Bereich zwischen den Kurven bereits völlig heruntergefahren.

Die Schäden und ihre Regulierung waren nur ein Aspekt, um den sich die Einwohner in St.  Margarethen sorgten. Vielmehr fürchten sie sich um die Sicherheit der Bürger, insbesondere der Kinder. Sowohl Bürgermeister Volker Bolten und Karl-Heinz Schwarz als auch Wehrführer Jörg Göttsche wiesen darauf hin, dass für die Kinder aus den Neubausiedlungen der Schulweg an der Dorfstraße entlang führt. Bis zur Poststraße gebe es für sie keine Alternative, und die Gefahr, dass Lkw im Begegnungsverkehr auf den Gehweg schwenken sei groß. Wichtig sei es da, „präventiv Menschenleben zu schützen“, stimmte Michael Gohr, Leiter der Polizeistation Wilster, zu.

Entsprechend waren sich alle Beteiligten einig, dass eher Staus durch eine Ampels in Kauf genommen werden könnten. Durch die Ampelschaltung wird der Verkehr einspurig um die Kurven geführt, von der großen Kreuzung aus etwas länger als aus Richtung Poststraße, um gerade den Verkehrsfluss aus Richtung Landscheide nicht übermäßig zu stoppen.

Eine Umleitung des Schwerlastverkehrs auf die Kreisstraße 63 Richtung Wilster schloss Oliver Maier, Mitarbeiter der Verkehrsaufsicht, aus. Die Straße ist nicht für Fahrzeuge über fünf Tonnen Achslast ausgelegt. Mit der Entscheidung für die Ampel zeigte sich Bürgermeister Bolten vorerst auch zufrieden. „Da sind wir schon ein Stück weiter.“

zur Startseite

von
erstellt am 10.Sep.2014 | 05:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen