Feuerwehreinsatz : Ammoniak-Alarm

Feuerwehrleute setzen den Keller unter Wasser und saugen das stark verdünnte Wassergemisch wieder ab.
Feuerwehrleute setzen den Keller unter Wasser und saugen das stark verdünnte Wassergemisch wieder ab.

Großeinsatz für Rettungskräfte in der Klaus-Groth-Straße in Glückstadt. Eine gesundheitliche Gefährdung bestand nicht.

shz.de von
12. Juni 2018, 05:02 Uhr

„Nach Ammoniak riechende Leckage im Keller“. Mit dieser Meldung ist die Feuerwehr in die Klaus-Groth-Straße 11 gerufen worden. Es ging am späten Sonntagnachmittag um einen „unbekannten Stoff“ . In der Straße war Bewohnern des Mehrfamilienhauses schon seit Tagen ein leichterer Geruch von Salmiak in die Nase gestiegen. Da dieser am Sonntag nach Regenfällen stark zunahm, alarmierten die Mieter die Feuerwehr. Als diese vor Ort eintraf, bestätigte sich , dass es nach Ammoniak riecht.

Dieser Stoff kann ab einer gewissen Konzentration nicht nur zu Reizungen der Atemwege, sondern auch zu Verätzungen führen. Unter Atemschutzgeräten arbeitende Einsatzkräfte öffneten einen Kellerverschlag nach dem anderen, kamen der Geruchsquelle zunächst aber nicht auf die Spur. Als ein Feuerwehrmann eine offene Tüte mit Gartendünger in einem Kellerraum entdeckte, schien die Ursache ausgemacht. Dies allerdings stellte sich schnell als Fehleinschätzung heraus, so dass Einsatzleiter Ties Tießen erst einmal das Eintreffen der bereits mitalarmierten Fachberater des Löschzuges Gefahrgut (LZG) abwartete.

Inzwischen waren auch Rettungsdienst und Notärztin eingetroffen und stellten sich in sicherer Entfernung auf. Eine Messung durch den LZG ergab dann kurz darauf zwar eine stark erhöhte Ammoniakkonzentration, eine unmittelbare gesundheitliche Gefahr habe allerdings zu keinem Zeitpunkt bestanden. Feuerwehrleute räumten daraufhin alle Kellerräume aus und schafften alles darin Vorgefundene auf die rückwärtige Grundstücksfläche. Dem Ammoniak-Geruch kamen sie aber nicht auf die Spur. „Möglicherweise hat jemand in den vergangenen Tagen den Kellerfußboden mit Salmiakgeist gereinigt und es hat jetzt durch das Regenwetter eine Reaktion gegeben“, sagte Tießen. Auch wollte der Einsatzleiter nicht ausschließen, dass Mieter in einem Kellerraum versehentlich Ammoniak verschüttet hatten, oder dass die Flüssigkeit aus einem undichten Kanister ausgelaufen sein könnte. Vorsichtshalber wurde das gesamte Kellergeschoss leicht unter Wasser gesetzt. Feuerwehrleute nahmen das stark verdünnte Wasser-/Ammoniakgemisch mittels Nasssauger .

Eine abschließende Messung durch den LZG ergab dann nach 90 Minuten: „Der Geruch ist kaum noch wahrnehmbar und die Konzentration nur noch verschwindend gering.“ Entsprechend gab Wehrführer Ties Tießen daraufhin die Einsatzstelle wieder frei.

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