Itzehoe : Ammoniak-Alarm beim TÜV

Auf Abstand: Der Lastwagen im Hintergrund sorgte für einigen Auftrieb bei der Wellenkamper TÜV-Station. Foto: ehrich
Auf Abstand: Der Lastwagen im Hintergrund sorgte für einigen Auftrieb bei der Wellenkamper TÜV-Station. Foto: ehrich

Polizei lotst defekten Laster zur Untersuchung - dann plötzlich ein stechender Geruch

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20. April 2013, 08:43 Uhr

itzehoe | Ein Martinshorn nach dem anderen: Mit großem Aufgebot ist die Feuerwehr gestern Mittag zur TÜV-Station in der de-Vos-Straße geeilt. Aus einem Tanklaster drang Ammoniak-Geruch, doch zu einer echten Gefahr kam es nicht.

Der Fahrer des dänischen Lastzuges mit polnischem Auflieger war unterwegs zur Fabrik der Firma Yara im Brunsbütteler Industriegebiet. Doch auf dem Parkplatz Bekmünde an der Bundesstraße 5 wurde er von der Polizei kontrolliert. Dieser sei aufgefallen, dass der Behälter wenig geeignet aussah für den Transport von Gefahrgut, schilderte Wehrführer Peter Happe. Die Beamten begleiteten den Dänen zum TÜV.

Dort wurde der Laster in die Halle gefahren - und Prüfer Roland Born stieg sofort der Ammoniak-Dunst in die Nase. Die Feuerwehr musste kommen, denn beim TÜV hätten sie zwar viel Spezialwissen über das Gefahrgut-Thema, doch es sei sehr komplex: "Dafür sind wir natürlich nicht die richtigen Leute", sagte Born. Die Gefährdung könne er nicht beurteilen, "wir sind ja nur die technischen Sachverstän digen".

Leicht staunend schaute er auf das Großaufgebot der Feuerwehr, die in solchen Fällen auch den Löschzug Gefahrgut (LZG) hinzuzieht. Der Tankwagen war leer, aber nicht gereinigt. In den Rohren befänden sich aber Reste der giftigen Substanz, so Happe. Diese seien erst durch fachgerechte Reinigung zu entfernen - das sollte in Brunsbüttel passieren.

Das Ammoniak war laut Happe durch das gerissene Glas eines Manometers ausgetreten. Aber es waren nur minimale Mengen, erklärte der stellvertretende LZG-Leiter Sebastian Courvoisier. "Das langt für die Geruchsbildung."

Zunächst war geplant, das defekte Gerät mit etwas Wasser abzuspritzen und dann mit einem speziellen Klebeband zu sichern. Dann fand der Lkw-Fahrer das richtige Ventil, das geschlossen wurde, so dass nichts mehr austreten konnte. Für die Feuerwehr war die Arbeit damit beendet, für die Polizei noch nicht. Sie eskortierte den Laster zum Werk in Brunsbüttel, wo er gereinigt werden sollte. Erst danach konnte die defekte Bremsanlage in Angriff genommen werden.

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