Sperrmüll-Sünden : Am Ende zahlt die Stadt

Hat beim Sperrmüll nichts verloren: Ein alter Fernseher in der Heinrichstraße.
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Hat beim Sperrmüll nichts verloren: ein alter Fernseher in der Heinrichstraße.

In diesen Tagen wird in Itzehoe wieder Sperrmüll eingesammelt. Viele nutzen die Gelegenheit, auch illegale Abfälle zu entsorgen. Doch ab 2016 gibt es ein neues System.

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23. Januar 2015, 17:03 Uhr

Itzehoe | Vier Sperrmüll-Termine gibt es pro Jahr in Itzehoe. Vier Mal die Möglichkeit, nicht mehr benötigten Hausrat kostenfrei zu entsorgen − so auch in diesen Tagen. Doch regelmäßig wird die Abfuhr auch dafür genutzt, Dinge zu entsorgen, die nicht zum Sperrmüll zählen. Elektro-Geräte beispielsweise. „Wir haben ein konstantes Problem mit illegalen Abfällen“, sagt Norbert Lang, Abfallberater des Kreises. Das kann auch Norbert Harfst, Leiter des Itzehoer Bauhofs bestätigen. Denn er und seine Mitarbeiter haben die Aufgabe, Abfälle, die nicht zum regulären Sperrmüll gehören, einzusammeln und zu entsorgen. Letztlich auf Kosten der Steuerzahler, so Harfst. Und auch der „Sperrmüll-Tourismus“ − so nennt ihn Harfst − bereite immer wieder Probleme. Doch das dürfte sich ab dem kommenden Jahr ändern, denn ab 2016 muss jede Abholung angemeldet werden.

Bauabfall, Zimmertüren, Sanitär-Artikel − das sind nur einige Beispiele für Abfälle, die am Straßenrand landen. Besonders häufig seien es jedoch Elektrogeräte, Kleinteile wie Kleiderbügel, Videokassetten und Kinderspielzeug sowie Kleidungsstücke, erläutert Lang. Zwar schränkt er ein, dass vieles unbewusst passiere, doch häufig würden die Abfälle auch einfach rausgestellt, ohne nachzufragen. Da die Firma Dörner, die vom Kreis mit der Entsorgung beauftragt ist, nur „regulären“ Sperrmüll mitnimmt, bleibt die Entsorgung der übrigen Abfälle an der Stadt hängen. Denn dem Verursacher lassen sich die Abfälle in der Regel nicht mehr zuordnen, beschreibt Ivonne Thiem vom Amt für Bürgerdienste. „Und die Beweislast liegt bei der Stadt.“

Ein weiteres Problem stellen Sperrmüll-Sammler dar. „Viele nehmen Elektro-Geräte mit, doch wenn sie etwas Besseres finden, stellen sie diese einfach wieder ab“, beschreibt Lang. Hinzu kommt, dass die Gegenstände rechtlich gesehen dem Kreis gehören. „Sobald er abgestellt ist, geht er an den Kreis über“, so Lang. Doch der metallische Sperrmüll sei am nächsten Tag regelmäßig verschwunden, denn dieser bringe Geld ein. Geld, dass eigentlich dem Kreis und somit dem Gebührensatz zugute kommen sollte.

Insbesondere auf Parkplätzen und öffentlich zugänglichen Bereichen würden die illegalen Abfälle entsorgt, berichtet Ivonne Thiem. „Es gibt markante Stellen, wo es immer wieder zu Problemen kommt.“ Etwa in der Kastanienallee am Pfadfinder-Heim.

Doch ab dem kommenden Jahr könnten sich die Probleme verringern. Denn ab 2016 gilt: Wer Sperrmüll entsorgen möchte, muss diesen anmelden. Dabei muss angegeben werden, was abgeholt werden soll. „Wir hoffen, das Problem damit in den Griff zu bekommen“, sagt Norbert Lang. Denn die vier öffentlichen, für jeden einsehbaren Termine fallen weg, stattdessen werden individuell Termine vergeben. Sperrmüll-Sammler haben es also schwieriger, ebenso wie diejenigen, die illegal ihren Abfall entsorgen wollen. Entsprechend erhofft sich auch Norbert Harfst einen positiven Effekt: „Wir sind froh über die neue Regelung.“

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