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Norddeutsche Rundschau

18. November 2017 | 05:50 Uhr

„Am besten sind die Sessions“

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Zwölf Jugendliche beim viertägigen Workshop des Vereins Jazz in Itzehoe im Kulturhof

Gestern das große Abschlusskonzert – der zweite Itzehoer Jugend-Jazz-Workshop ist zu Ende. Statt sich die Sonne auf den Bauch scheinen zu lassen, fanden sich zwölf Musikbegeisterte im Kulturhof zusammen. Der Verein Jazz in Itzehoe hatte zum zweiten bundesweit ausgeschriebenen Jazz-Workshop für Jugendliche eingeladen: vier Tage voller Theorie und Praxis.

Gleich nach der ersten Session teilen die Dozenten um Mirko Gibson die Schüler in drei Combos auf, die sich dann bestimmten Aufgaben widmen. Alle sind sich einig: Gerade das Musizieren in kleiner Besetzung bereichere die Spielpraxis. „Dabei waren alle drei Bands etwa gleich stark“, sagt Tobias Heise (16). Der Hamburger spielt Schlagzeug, auch in der Bigband seiner Schule. Bei einem Jugend-Jazzwettbewerb fielen ihm die Flyer des Itzehoer Vereins in die Hände. So kam er zu seinem ersten Jazz-Workshop und ist begeistert: „Am besten sind die Sessions am Abend!“

Mira Brodauf (23) stammt aus Itzehoe, studiert in Lüneburg Musik und Englisch auf Lehramt und nimmt zum zweiten Mal teil. Sie sieht es wie Tobias: „Besonders dieses Combo-Spielen mit Gleichgesinnten und Gleichaltrigen bringt unglaublich viel Spaß.“

Den weitesten Weg nahm Paul-Jumaa Dohna (17) aus Bielefeld auf sich. Neben Posaune und Klavier spielt er seit acht Jahren Alt-Saxophon und hat schon mehrere Jazz-Workshops hinter sich. „Da war ich aber mit Abstand der Jüngste. Das ist hier zum Glück anders.“ Was für Unterschiede gibt es noch? „Wir bekommen hier Einzelunterricht.“ Und lachend ergänzt er: „Es gibt hier durchgehend etwas zu essen.“

Die Stimmung ist sehr gut, in den Pausen treffen sich die Teilnehmer oft im Garten, schlagen Stücke für die nächste Session vor. „Spielen wir heute Abend „Autumn Leaves“ als Up-Tempo-Nummer?“, fragt Tobias. Alle nicken und überlegen sich weitere Wünsche.

Wer das „Real Book“, die Bibel der Jazz-Standards, nicht hat, wird es sich sicher nach dem Workshop besorgen. So wie Jakob Avé-Lallemant (16), der neben Klavier seit mehr als neun Jahren Trompete spielt – ausschließlich klassisch. Als er bei „Jugend musiziert“ von dem Jazz-Workshop hörte, wurde er neugierig. Der Pinneberger ist als Stipendiat in der „Studienvorbereitenden Ausbildung“ vom Landesverband der Musikschulen. Dazu gehört Theorieunterricht, „so kannte ich die Blues-Tonleitern“, sagt Jakob. Da habe er einfach mitgemacht – „und das hat geklappt!“ Seine klassische Ausbildung wird er beibehalten, den Jazz aber intensivieren.

Die Schüler: begeistert. Die Dozenten und Sven Olde, Vorsitzender im Verein Jazz in Itzehoe: sehr zufrieden mit dem Workshop. Natürlich gebe es eine Fortsetzung. „Aber da müssen wir vielleicht anbauen“, sagt er lachend. Alle Teilnehmer lebten vier Tage lang unter einem Dach – eine sehr intensive Zeit. Und alle waren gut vorgebildet. Deshalb wünscht sich Dozent Mirko Gibson für das nächste Jahr: „Es wäre schön, wenn wir auch einige Anfänger dabei hätten.“


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